Rostocker Intendant Latchinian will gegen Kündigung klagen

Der geschasste Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, will gegen seine fristlose Kündigung klagen. Das sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Der Hauptausschuss der Bürgerschaft hatte die Kündigung am Dienstag ausgesprochen, nachdem der Intendant in einer Rede die Kulturpolitik Mecklenburg-Vorpommerns in Verbindung mit den Kulturzerstörungen der Terrormiliz Islamischer Staat gebracht hatte. Jeder wisse, dass dies nur ein Vorwand für die Kündigung sei, sagte Latchinian dem Sender. «An meiner künstlerischen Arbeit kann es gar nicht gelegen haben, und das hat auch niemand gewagt zu behaupten.» Als Grund für die Kündigung vermutete er vielmehr seinen Widerstand gegen die geplante Streichung von zwei der vier Sparten am Volkstheater.

Latchinian sagte weiter, es tue ihm leid für das Publikum des Volkstheaters, die Bevölkerung Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 200 Rostocker hatten am Dienstagabend das Rathaus friedlich besetzt, um ihn während der entscheidenden Sitzung zu unterstützen. «Es haben nicht wenige gesagt, dass der heutige Tag ein neues, zweites Lichtenhagen ist», sagte er. Seit der Randale 1992 von Tausenden Menschen gegen ein von Ausländern bewohntes Haus steht der Rostocker Stadtteil Lichtenhagen als Synonym für Ausländerfeindlichkeit.