Rubel unter massivem Druck

Der russische Rubel setzt trotz aller Stützungsversuche der Zentralbank in Moskau seine rasante Talfahrt fort. Der Wechselkurs der Währung sackte im späten Handel am Montag an der Moskauer Börse auf 76 Rubel für 1 Euro ab.

Rubel unter massivem Druck
Arno Burgi Rubel unter massivem Druck

Kurz danach verbesserte er sich wieder leicht auf 74,6 Rubel für 1 Euro. Analysten führten dies auf neue Interventionen der Zentralbank zurück.

Seit Jahresbeginn hat die russische Währung mehr als 50 Prozent ihres Wertes verloren. Beobachter führen dies teils auf Spekulationsgeschäfte zurück, aber auch auf die Sanktionen des Westens gegen Russland im Ukraine-Konflikt und den niedrigen Ölpreis.

Russland hatte im Herbst die seit Jahren übliche Rubel-Regulierung beendet, um seine Währung dem freien Markt zu überlassen. Am 1. Dezember intervenierte die Notenbank zum ersten Mal wieder an der Devisenbörse. Bis zum 11. Dezember gab sie für die Stützung des Kurses insgesamt 5,980 Milliarden US-Dollar (4,812 Mrd Euro) aus.

Gleichwohl können Russen, die etwa für den Urlaub im Ausland einen Teil ihrer Einkommen in Dollar oder Rubel anlegen, nun immer weniger harte Währung kaufen. Zugleich steigen die Preise. Experten halten weitere Eingriffe der Regierung für möglich. Russland hat mit etwa 420 Milliarden Dollar die weltweit drittgrößten Währungsreserven.