Ruhrtriennale zieht Zehntausende ins Ruhrgebiet

Die zweite Ruhrtriennale unter der Intendanz des experimentierfreudigen Komponisten Heiner Goebbels war ein Besuchermagnet. Rund 49 400 Tickets wurden für die mehr als 200 Vorstellungen vergeben.

Mit 90 Prozent sei 2013 die bisher höchste Auslastung der Veranstaltungen seit Bestehen des Festivals erreicht worden, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit.

Die Ruhrtriennale geht am Sonntag mit einer konzertanten Version von Igor Strawinskys Ballettkomposition «Le Sacre du Printemps» zu Ende. Seit dem 22. August waren quer durch das Ruhrgebiet Zechen und Maschinenhallen zu Bühnen für Theater, Tanz und Musikkreationen der internationalen Avantgarde geworden. An den 43 Produktionen, darunter etliche Uraufführungen, beteiligten mehr als 800 Künstler.

Zahlreiche der 200 Vorstellungen seien ausverkauft gewesen, etwa die ungewöhnliche musikalisch-visuelle Kooperation der britischen Kultband Massive Attack mit dem Dokumentarfilmer Adam Curtis. Robert Wilsons Inszenierung von Helmut Lachenmanns «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» sowie das experimentelle Musiktheaterstück «Delusion of Fury» von Harry Partch in der Regie von Heiner Goebbels sahen insgesamt mehr als 10 000 Besucher.

Ausgezahlt hat sich nach Einschätzung der Veranstalter, dass die Ruhrtriennale in diesem Jahr auf kostenlose und begehbare Kunstinstallationen gesetzt hat. In der düsteren Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord schritten 23 000 Besucher über Ryoji Ikedas «test pattern» - eine ausgerollte Leinwand über die in atemberaubender Geschwindigkeit flackernde Schwarz-Weiß-Strukturen rauschten. Auf Douglas Gordons geisterbahnartige Video-Installation in der ehemaligen Mischanlage der Kokerei Zollverein in Essen ließen sich 12 000 Besucher ein.

Gewohnt unkonventionell verspricht auch die dritte und damit letzte Spielzeit unter Intendant Heiner Goebbels zu werden: Als Eröffnungsstück der Ruhrtriennale 2014 werde das Musiktheaterwerk «De Materie» des niederländischen Zeitgenossen Louis Andriessen zu sehen sein, hieß es in einer Mitteilung. Andriessen sei ein herausragender Komponist, dessen Musik, die Einflüsse Igor Strawinskys aufnehme und sich gleichzeitig offen für viele Genres der Pop-Musik zeige. Goebbels selbst führt Regie.