Rumänen wählten Staatspräsidenten: Sozialist Ponta Favorit

Die Rumänen haben rege an der Präsidentenwahl teilgenommen. Als Favorit gilt der sozialistische Ministerpräsident Victor Ponta, der in der Stichwahl gegen den bürgerlichen Klaus Iohannis antrat.

Rumänen wählten Staatspräsidenten: Sozialist Ponta Favorit
Robert Ghement Rumänen wählten Staatspräsidenten: Sozialist Ponta Favorit

Meinungsforscher sahen Ponta bei 55 Prozent der Stimmen. Erste Prognosen aufgrund von Wählerbefragungen werden kurz nach Schluss der Wahllokale um 20.00 Uhr MEZ (21.00 Uhr Ortszeit) erwartet, Hochrechnungen im Lauf des späteren Abends.

Die Wahlbeteiligung war bis fünf Stunden vor Schließung der Wahllokale mit 44,5 Prozent deutlich größer als bei der ersten Runde vom 2. November, als der Stand zur gleichen Uhrzeit bei 35,10 Prozent lag. Eine besonders hohe Wahlbeteiligung zeichnete sich in den südrumänischen Hochburgen von Pontas ab. Die Medien warben eindringlich für die Stimmabgabe. Etliche Gastwirte, Konditoren und sogar Zahnärzte boten Rabatte an für Rumänen, die beweisen können, dass sie gewählt haben.

Großen Andrang meldeten Rumäniens Medien bei den Konsulaten im Ausland. Die Auslandsrumänen gelten mehrheitlich als Anhänger von Iohannis. In Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und in der benachbarten Republik Moldau stellten sich tausende Rumänen noch vor Tagesanbruch in die Warteschlangen.

In der ersten Runde konnten tausende Auslandsrumänen nicht ihre Stimme abgeben, weil die Konsulate den Ansturm nicht bewältigten. Die bürgerlichen Gegner Pontas warfen der Regierung vor, den Urnengang der Auslandsrumänen absichtlich erschweren zu wollen. Insgesamt gab es 294 Wahllokale im Ausland. Die letzte Präsidentenwahl 2009 hatten die Auslandsrumänen mit rund 70 000 Stimmen entschieden.

Die Stichwahl war notwendig, weil in der ersten Runde keiner der insgesamt 14 Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielte. Ponta lag dabei mit 40,44 Prozent der Stimmen deutlich vor Iohannis, der auf 30,37 Prozent kam.