Rund 2000 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch

Rund 2000 Menschen hatten am Samstag gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Dortmund demonstriert. Ein Großaufgebot von Polizisten aus mehreren Bundesländern war im Einsatz.

Rund 2000 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch
Caroline Seidel Rund 2000 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch

Die Kundgebungen verliefen nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich, allerdings gab es einzelne Zwischenfälle. So seien mehrere Polizisten verletzt worden, Beamte stellten Messer und Baseballschläger sicher. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung ein.

Unter den etwa 500 Rechtsextremisten waren auch Mitglieder der Gruppe «Hooligans gegen Salafisten». Die Polizei trennte die beiden Lager. Eine Gruppe Linksautonomer habe immer wieder versucht, die Absperrungen zu durchbrechen. Später seien Flaschen und Böller geflogen. 

Zum Abschluss eines Demonstrationsmarsches von Linken, bei denen ebenfalls Böller gezündet wurden, griff die Polizei mit Schlagstöcken ein und zog mindestens fünf Teilnehmer aus dem Verkehr. Bei der Abreise am Abend gab es nach Angaben der Bundespolizei in einem Regionalexpress eine Rangelei zwischen Rechten und einer Gruppe Punks, bei der mehrere Menschen leicht verletzt wurden.

Zu den Demonstrationen kamen weniger Teilnehmer als erwartet. Die Polizei hatte vorher mit mehreren tausend, teils gewaltbereiten Demonstranten auf beiden Seiten gerechnet und einen der schwierigsten Einsätze seit Jahren befürchtet. Ein Aufmarschverbot der Polizei hatten Gerichte zuvor aufgehoben. Anlass der Kundgebungen war ein Jahrestag: Vor genau zehn Jahren hatte ein Dortmunder Rechtsextremist einen Punker in einer U-Bahnstation erstochen.

Den Schlusspunkt der Demonstrationen setzte ein Rechtsrockkonzert in der Nähe des Signal-Iduna-Parks von Borussia Dortmund, das ebenfalls von der Polizei abgeschirmt wurde. Aus Protest gegen das Konzert schaltete der BVB die sonst weithin sichtbare Stadionbeleuchtung aus. Der Verein wolle Neonazis keine Kulisse bieten, hieß es in einer Mitteilung.