Rushdie ruft zum Kampf für Meinungsfreiheit auf

Der britisch-indische Autor Salman Rushdie hat zum weltweiten Kampf für die Meinungsfreiheit aufgerufen.

Rushdie ruft zum Kampf für Meinungsfreiheit auf
Arne Dedert Rushdie ruft zum Kampf für Meinungsfreiheit auf

Sie sei insbesondere durch religiöse Intoleranz bedroht, sagte Rushdie am Dienstag auf der Auftakt-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse. «Ohne Meinungsfreiheit gibt es keine anderen Rechte», betonte der 68-jährige Autor.

Die schlimmste Bedrohung für die Meinungsfreiheit sei es, dass manche Länder sie nicht für ein universelles Prinzip hielten. Verleger und Autoren müssten den Bedrohungen standhalten.

Rushdie war nach seinem Buch «Die satanischen Verse» 1989 mit einer «Fatwa» belegt worden. Radikale Muslime hatten seinen Roman als gotteslästerlich empfunden und ein Todesurteil über ihn verhängt. Der Autor lebte jahrelang im Untergrund. Wegen der Anwesenheit Rushdies auf der Buchmesse hat der Iran seine Teilnahme an der Messe abgesagt.

Die 67. Frankfurter Buchmesse wird am Dienstagabend offiziell eröffnet. Auf dem weltgrößten Branchentreff werden bis zum 18. Oktober mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern erwartet. Gastland ist dieses Jahr Indonesien. Die Organisatoren in Frankfurt haben die «politischste» Messe seit langem versprochen.

Am Montagabend wurde bereits der Preisträger des Deutschen Buchpreises 2015 verkündet. Frank Witzel machte mit seinem Roman über die alte Bundesrepublik das Rennen. Das Buch mit dem Titel «Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969» wurde als beste deutschsprachige literarische Neuerscheinung des Jahres ausgezeichnet. Witzels Buch, von der Kritik hochgelobt, galt im Wettbewerb aber eher als Außenseiter.

Der 60-jährige Autor schildert im Roman aus der Sicht eines 13-Jährigen, der im Wiesbadener Ortsteil Biebrich heranwächst, die muffige Nachkriegszeit und deren (pop-)kulturellen Umbruch. In der Endausscheidung setzte Witzel sich gegen Jenny Erpenbeck («Gehen, ging, gegangen»), Rolf Lappert («Über den Winter»), Inger-Maria Mahlke («Wie Ihr wollt»), Ulrich Peltzer («Das bessere Leben») und Monique Schwitter («Eins im Andern») durch.

Der Deutsche Buchpreis, 2005 erstmals vergeben, gilt als wichtigste Auszeichnung der Branche. Über den Preis entscheidet eine siebenköpfige Kritikerjury. Dem Sieger winkt neben 25 000 Euro in der Regel auch ein Platz auf der Bestsellerliste.