Russlands Doping-Skandal überschattet auch IOC-Session

Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele kommt die IOC-Session in Rio des Janeiro zusammen. Auch die Hauptversammlung der derzeit 90 IOC-Mitglieder wird durch die Doping-Skandale im russischen Sport belastet.

Russlands Doping-Skandal überschattet auch IOC-Session
Antonio Lacerda Russlands Doping-Skandal überschattet auch IOC-Session

Allerdings steht das konfliktträchtige Thema nicht auf der offiziellen Agenda der 129. Session. IOC-Präsident Thomas Bach wird zur feierlichen Eröffnung sprechen. Bach steht derzeit in der Kritik, einen kompletten Ausschluss der Mannschaft Russlands wegen nachgewiesenen Staatsdopings nicht durchgesetzt zu haben.  

Vor der Eröffnungsfeier der Rio-Spiele am Freitag schaut die Versammlung schon auf die nächsten Sommerspiele 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio. Das IOC-Exekutivkomitee hat vorgeschlagen, fünf neue Sportarten ins Tokio-Programm aufzunehmen. Die Kriterien waren, dass diese Disziplinen in Japan und bei jungen Sportlern populär sind: 

- Baseball und die Frauen-Variante Softball stehen vor dem Comeback ins olympische Programm. Von 1996 bis 2008 wurde Softball bei den Sommerspielen ausgetragen, Baseball war schon 1992 bis 2008 dabei.

- Karate: Die Kampfsportart hatte sich vergeblich für die London-Spiele 2012 beworben und war auch für Rio durchgefallen. Erst Japan machte sich - im Rahmen der sogenannten Agenda 2020 - für Karate stark. Die Agenda 2020 steht für eine Reform der Olympischen Spiele.

- Skateboard: Skateboard wird als eine Schlüsselsportart angesehen, um jungen Menschen für Olympia zu begeistern.

- Surfen: 40 Surfer werden ihre Olympia-Premiere auf dem Kurzbrett feiern.

- Sportklettern: Wie Surfen ist Sportklettern ein Sport mit hoher Attraktivität. Die Internationale Verband gibt an, dass 35 Millionen Menschen weltweit klettern.

Zur Entscheidung steht auch die Aufnahme von acht neuen IOC-Mitgliedern an. Die Wahl gilt als Formsache. Aktuell gibt es 90 Mitglieder, 115 ist die in der Olympischen Charta festgeschriebene Obergrenze.

Bis Donnerstag wird die Session auch die Kandidaten für die Sommerspiele 2024 zum Stand der Vorbereitungen hören: Rom, Paris, Budapest und Los Angeles. Die Entscheidung, wer die Spiele ausrichten wird, fällt voraussichtlich auf der Session im September 2017 in Lima in Peru.

Die Versammlung will sich auch ein Bild von den Vorbereitungen für die Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang und den Sommerspielen in Tokio machen.