Russlands Zinsschritt verpufft: Rubel fällt ins Bodenlose

Der Zinsschritt der russischen Notenbank zur Stützung des Rubel hat seine Wirkung komplett verfehlt: Die Währung Russlands profitierte am Dienstag nur kurzzeitig, bis zum Mittag lag sie wieder tief im roten Bereich.

Russlands Zinsschritt verpufft: Rubel fällt ins Bodenlose
Karl-Josef Hildenbrand Russlands Zinsschritt verpufft: Rubel fällt ins Bodenlose

Ein Dollar kostete erstmals mehr als 70 Rubel und erreichte mit 73,8 Rubel ein neues Rekordhoch. Auch zum Euro geriet die russische Währung erneut massiv unter Druck. Zuletzt verlor der Rubel zum Dollar elf Prozent an Wert, zum Euro waren es zwölf Prozent.

Verluste in dieser Größenordnung hatte es schon am Montag gegeben. Die Notenbank griff in der Nacht zum Dienstag ein: In einem überraschenden Schritt erhöhte sie ihren Leitzins um 6,5 Punkte auf 17 Prozent, um die Attraktivität der heimischen Währung zu steigern.

Für die ohnehin angeschlagene Konjunktur Russlands ist der Zinssprung ein Schlag, weil höhere Zinsen den privaten Verbrauch und die Investitionen der Unternehmen zusätzlich belasten dürften.

Die Verluste des Rubel in den zurückliegenden Monaten sind gewaltig: Seit Jahresbeginn hat der Rubel mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Wichtigste Gründe sind die Wirtschaftssanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise und der Verfall der Rohölpreise. Die Wirtschaft und der Staatshaushalt Russlands sind auf hohe Einnahmen aus dem Ölexport angewiesen.