RWE setzt weiter auf Braunkohle - kein Ausstieg in Garzweiler

Der Versorger RWE setzt trotz stark zurückgegangener Gewinne langfristig auf Braunkohle. Medienberichte über einen vorzeitigen Ausstieg aus dem umstrittenen Abbau im rheinischen Garzweiler wies der Konzern am Dienstag zurück.

«RWE hält an seinen bisherigen Planungen zur Fortführung des Tagebaus Garzweiler II unverändert fest», teilte RWE-Chef Peter Terium am Dienstag mit.

Die «Süddeutsche Zeitung» (Dienstag) hatte berichtet, RWE denke über ein vorzeitiges Ende für den Standort im Rheinischen Revier nach. Mögliches Schlussdatum könnte 2017 oder spätestens 2018 sein, schreibt das Blatt unter Berufung auf Angaben aus der Konzernspitze. Grund sei etwa die nachlassende Rentabilität wegen der Energiewende. Hinzu kämen die wachsende Kritik an den Folgen für die Umwelt und Unsicherheit über die künftigen politischen Rahmenbedingungen.

Garzweiler gilt als Symbol für den Übertageabbau im Rheinland, der in Teilen der Bevölkerung wegen seiner Folgen für Landschaft und Umwelt etwa mit Zwangsumsiedlungen der Bevölkerung heftig abgelehnt wird.

RWE betonte, Garzweiler verfüge über einen genehmigten Kohlevorrat von rund einer Milliarde Tonnen Braunkohle. Gefördert würden jährlich 35 bis 40 Millionen Tonnen. Damit reicht der genehmigte Vorrat bis weit in die 40er Jahre. Garzweiler sei «fester Bestandteil der Zukunftsplanung des Unternehmens». Moderne Braunkohlekraftwerke seien ebenso flexibel wie Gasanlagen und könnten damit gerade in Zeiten der Energiewende eine wichtige Rolle als Partner der erneuerbaren Energie spielen, so die RWE-Erklärung.

Laut Zeitung sind Grund für die Überlegungen bei RWE die stark gefallenen Börsenstrompreise, die die Rentabilität auch der eigentlich lukrativen Braunkohlekraftwerke belasteten. RWE erklärte, es gebe keine Ausstiegsplanungen für die Braunkohle. Das Unternehmen setze aber schon aus Gründen der Versorgungssicherheit auf Gesetzesänderungen, die auch der konventionellen Stromerzeugung eine Perspektive gäben. Derzeit habe sich die wirtschaftliche Situation der Braunkohleverstromung «erheblich verschlechtert».

2012 hatte RWE nach eigenen Angaben mit der Braunkohle noch Gewinne im dreistelligen Millionenbereich erzielt, wie RWE-Vize Rolf Martin Schmitz im Frühjahr dieses Jahres gesagt hatte. Die Einnahmen aus der Braunkohle gelten als Wettbewerbsvorteil der Essener auch im Vergleich mit dem Konkurrenten Eon, der mehr umweltfreundliche aber derzeit nicht gewinnbringende Gaskraftwerke im Portfolio hat.