Rydzek im Traumland: Drittes WM-Rennen, dritte Medaille

Der «Superman» stürmte zu seinen Eltern und fiel ihnen glückselig in die Arme. Johannes Rydzek ist bei den 50. Nordischen Ski-Weltmeistschaften in Falun zu seiner dritten Medaille geflogen und ist schon jetzt der erfolgreichste Nordische Kombinierer dieser Titelkämpfe.

Rydzek im Traumland: Drittes WM-Rennen, dritte Medaille
Hendrik Schmidt Rydzek im Traumland: Drittes WM-Rennen, dritte Medaille

Nach zwei Goldmedaillen schaffte der Obersdtorfer im Wettbewerb von der Großschanze Bronze und feierte das mit seinen Liebsten: «Mit ihnen diese Emotionen zu teilen, ist wahnsinnig schön», sagte er.

Anschließend feierte er überschwänglich mit den beiden überraschend vor ihm Platzierten. Bernhard Gruber holte den ersten WM-Titel nach Österreich, Francois Braud Silber für Frankreich. Vor allem Gruber verstand die Welt nicht und hätte auch noch lange nach dem Wettbewerb jeden umarmen können, der ihm über den Weg lief.

«Es ist alles wie im Traum, was hier abläuft», jubelte Rydzek, der wie in den Tagen zuvor unter seiner Wettkampfkleidung ein «Superman»-Trikot trug. Das scheint ihm überirdische Kräfte zu verleihen, denn die Ausgangsposition im Kampf um eine Medaille war nach dem Springen nicht rosig.

«Wir haben auf der Schanze einiges liegenlassen. Deshalb hieß es in der Loipe nur noch: Zocken, Zocken, Zocken», resümierte Bundestrainer Hermann Weinbuch mit heiserer Stimme. Bei Rydzeks erfolgreichem Zielsprint hatte er immer wieder «Jaaa, Jaaa, Jaaa» geschrien und war wie ein Flummi auf der Strecke herumgesprungen.

Der Oberstdorfer Doppel-Weltmeister musste 54 Sekunden auf Sprungsieger Gruber wettmachen, der gemeinsam in einer Gruppe mit den laufstarken Franzosen Braud und Jason Lamy Chappuis vornweg stürmte. «Das war ein sehr taktisch geprägtes Rennen. Die Verfolger hatten unheimlich viel Respekt voreinander, keiner wollte wirklich Führungsarbeit leisten», erzählte Weinbuch die Renngeschichte. Seine Schützlinge hielten sich auch zurück, um der Konkurrenz keinen Windschatten zu bieten. «Deshalb sind die vorn auch durchgekommen», betonte Weinbuch.

In der letzten Runde starteten der Norweger Magnus Moan und Rydzek dann doch noch die Verfolgungshatz. Bis ganz nach vorn reichte es nicht mehr, aber um Bronze lieferten sich beide ein erbittertes Finish. «Ich musste wirklich bis zur Ziellinie kämpfen. Wir haben in Oberstdorf noch einmal den Spurt geübt und daran habe ich mich erinnert. Ich habe alles rausgeballert, was ich hatte», sagte Rydzek.

Der 23-Jährige war zuvor schon Weltmeister von der Normalschanze und im Team geworden. Dass er den starken Moan bezwingen konnte, schob er diesen Erfolg zu. «Mit so einem Gefühl in den Beinen geht einiges mehr», betonte der Allgäuer.

Erneut nichts ging bei Titelverteidiger Eric Frenzel in der Loipe. Beim Springen landete er auf Platz sechs mit der zweitgrößten Weite. «Ich habe mich körperlich gut gefühlt und mich auf das Rennen gefreut», sagte der Oberwiesenthaler, der gemeinsam mit Tino Edelmann auf Platz neun einkam.

«Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Wir müssen das für den Team-Sprint genau analysieren, uns zusammensetzen und alles erörtern, um zu einem richtigen Ergebnis zu kommen», sagte Weinbuch. Frenzel wird jede Entscheidung hinnehmen. «Ich fühle mich bereit, aber wenn die Trainer sagen, Tino ist unser Mann, dann ist das auch okay», bemerkte der dreimalige Weltmeister.

Edelmann, der eine noch bessere Platzierung sowohl auf der Schanze als auch bei einer Bandenberührung im Anstieg vergab, sieht sich derzeit noch außen vor: «Im Team-Sprint bin ich vielleicht Ersatzmann», sagte der Thüringer.