«Ärztival» unter freiem Himmel: Stadion voll Punkrock

Ein Feuerwerk aus der Sylt-Gitarre, eine Hommage an einen Vampir und ein Lied, das man nicht mit verdunkelten Brillengläsern singen darf: Bei ihrem ersten eigenen Festival haben die «Ärzte» am Samstagabend alles gegeben.

«Ärztival» unter freiem Himmel: Stadion voll Punkrock
Rolf Vennenbernd

Für den Auftakt der Open-Air-Reihe «Ärztival» in Köln hatte sich die selbsternannte «beste Band der Welt» eine ganz bescheidene Location ausgesucht. Im nicht ganz vollen Rhein-Energie-Stadion spielten die Berliner Punkrocker vor Tausenden zweieinhalb Stunden lang von «Westerland» bis zu «Zu spät» vor allem ihre großen Erfolge.

Als die Band das beliebte «Junge» anstimmte, konnte sich Frontmann Farin Urlaub einen Seitenhieb in Richtung Heino nicht verkneifen: «Das ist ein Lied, dass man nicht mit verdunkelten Brillengläsern singen sollte.» Der Schlagerstar hatte den «Ärzte»-Hit gecovert.

Beim «Ärztival» brachten die Punkrocker unter freiem Himmel auch einige ihrer neuen Songs («Ist das noch Punkrock?») unter die Menge. Mit ihrer letzten Studio-Platte «auch» standen Farin, Bela und Rod 2012 drei Wochen lang an der Spitze der deutschen Album-Charts.

Beim ersten von zwölf Sommer-Spektakeln stand das Trio am Samstagabend mit drei Lieblingsbands auf der Bühne. Schon am frühen Abend startete die britische Punkband «The Damned». Vor den «Ärzten» spielten außerdem die belgischen Rocker von «Triggerfinger» und die bayerischen Blasmusiker von «LaBrassBanda», angekündigt von «Ärzte»-Frontmann Farin Urlaub persönlich.

Für die nächsten Konzerte haben die Berliner unter anderem «NOFX», die «Donots», «Kraftklub» und «Bonaparte» engagiert. Zu «Ärztivals» reist die Band etwa nach Bocholt, Bremen und Berlin. Ein Gastspiel geben die «Ärzte» auch in Wien.