Pleiß unterschreibt Vertrag in Utah - Vier NBA-Deutsche

Nach fünf Jahren Wartezeit geht der NBA-Traum von Tibor Pleiß in Erfüllung. Der Nationalcenter wechselt vom spanischen Spitzenclub FC Barcelona zu den Utah Jazz und komplettiert kommende Saison ein deutsches Quartett in der besten Basketball-Liga der Welt.

Stolz präsentierte der 25-Jährige ein Foto, wie er im weißen T-Shirt mit der Aufschrift «Utah Jazz Basketball» einen Kontrakt über drei Spielzeiten beim Team aus Salt Lake City unterschrieb. «Jetzt ist es wirklich offiziell!», frohlockte Pleiß bei Facebook.

«Ich freue mich, dass er jetzt geht, es ist der richtige Zeitpunkt für ihn in seiner Entwicklung», sagte Bundestrainer Chris Fleming. Die Oklahoma City Thunder hatten sich bereits 2010 die NBA-Rechte an dem 2,18 Meter großen Hünen gesichert und diese im vergangenen Februar in einem Tauschgeschäft an die Jazz weitergegeben. «Er ist groß. Er kann den Ball schießen und ist ein exzellenter Vollstrecker am Ring», lobte Utahs General Manager Dennis Lindsey die Neuverpflichtung.

Neben Pleiß sind auch die deutschen Nationalspieler Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks), Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und Chris Kaman (Portland Trail Blazers) in der NBA aktiv. «Das zeigt, dass wir Spieler produzieren, die das Niveau haben», sagte Fleming zur Bedeutung für den deutschen Basketball, dass zwei Jahre nach Schröder erneut ein junger Profi mit Perspektive nach Übersee wechselt. «Sicherlich ist es gut, dass wir junge Spieler haben, die in den nächsten Jahren NBA spielen und Vorbilder für die nächste Generation sein werden.»

Für die anstehende Europameisterschaft (5.-20. September) mit der Heim-Vorrunde ist Pleiß ein wichtiger Pfeiler im deutschen Team. Aufgrund des gültigen NBA-Vertrags dürfe der Center wie auch Nowitzki und Schröder frühestens erst vom 1. August an mit dem Team trainieren, sagte Fleming. Dennoch werde Pleiß beim Auftaktlehrgang in Bonn, der am Sonntag beginnt, anwesend sein und nicht erst Anfang August zur Mannschaft stoßen. «Tibor kommt früher und wird sein Training einzeln betreut für sich absolvieren», erklärte Fleming.

Der Sprung in die NBA sei «eine Sache, die er schon lange gewollt hat», berichtete der Coach. Anstatt frühzeitig den Schritt nach Übersee zu wagen, hatte Pleiß in den vergangenen Jahren sein Spiel stetig verbessert, Körpermasse zugelegt und war so zu einem der besten Center Europas aufgestiegen. Bei dem Team aus der Western Conference, das vergangene Saison die Playoffs verpasst hatte, wird Pleiß voraussichtlich hinter dem Starter Rudy Gobert von der Bank kommen.

Im Gegensatz zu dem athletischen Franzosen kann der gebürtige Rheinländer allerdings nicht nur in Korbnähe abschließen. «Wir werden ihn ermutigen, auch aus der Distanz zu schießen», sagte Lindsey. Diesen Sommer habe Pleiß im Training 66 von 90 Versuchen von der Dreierlinie getroffen, berichtete der sportlich Verantwortliche. Pleiß war nach seiner erfolgreichen Zeit beim deutschen Serienmeister Brose Baskets aus Bamberg vor drei Jahren in die spanische Liga zu Caja Laboral gewechselt und vergangene Saison für Barcelona als Ersatzspieler aufgelaufen.