Salzburger «Fidelio» spaltet das Publikum

 Ein Buh-Orkan für die Regie, Jubel für Sänger und Orchester: Die letzte Opern-Neuinszenierung der diesjährigen Salzburger Festspiele mit Ludwig van Beethovens «Fidelio» wurde vom Publikum im ausverkauften Großen Festspielhaus sehr widersprüchlich beurteilt. 

Salzburger «Fidelio» spaltet das Publikum
Ursula Düren Salzburger «Fidelio» spaltet das Publikum

Startenor Jonas Kaufmann brillierte in der schwer zu singenden Paraderolle des Florestan und wurde vom Premierenpublikum ebenso gefeiert wie die kanadische Sopranistin Adrianne Pieczonka als Leonore/Fidelio. 

Inszeniert hatte das Stück der für seine tiefgründig-psychologisierenden Operndeutungen bekannte Regisseur Claus Guth. Er hatte in Beethovens einziger Oper radikale Eingriffe vorgenommen. So strich er die sperrigen Sprech-Dialoge und ersetzte sie durch drohend wummernde Klanginstallationen. Der Figur der Leonore stellte er einen «Schatten» zur Seite, der von der gehörlosen «Gebärdensolistin» Nadia Kichler gespielt wurde. Die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor unter Franz Welser-Möst lieferten zu dem hochkarätig besetzten Ensemble einen intensiven und packenden Orchesterklang.