Salzwedel: Eine Kleinstadt versinkt in Naziparolen

In Salzwedel in Sachsen-Anhalt haben Unbekannte über die Innenstadt verteilt Dutzende Hakenkreuze und Naziparolen auf Hauswände geschmiert. Ein Polizeisprecher in Magdeburg bestätigte am Donnerstag die Parolen und Straftaten, nannte aber keine Zahlen.

Salzwedel: Eine Kleinstadt versinkt in Naziparolen
Matthias Strauß Salzwedel: Eine Kleinstadt versinkt in Naziparolen

Der Staatsschutz sei in die Ermittlungen eingeschaltet. Die Schmierereien seien über mindestens sieben Straßen verteilt. Viele Bürger reagierten entsetzt und erstatteten Anzeige.

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Ich habe über 100 Schmierereien gesehen». Er fügte hinzu: «Nun stehe ich außerhalb der Innenstadt auf einem Parkplatz, ich schaue mich um und sehe allein hier ein Dutzend dieser schlimmen Parolen.» Beschmiert wurden nach seinen Angaben nicht nur Hauswände und Briefkästen, sondern auch Fensterscheiben und Schaustellerbuden.

In schwarzer und grüner Farbe hieß es zum Beispiel: «Hitler jetzt». Bei den Bürgern in der Innenstadt von Salzwedel herrsche «blankes Entsetzen, gemischt mit Wut und Ratlosigkeit», berichtete das Internetportal «az-online.de»

Die ersten Naziparolen wurden von einer Polizeistreife am frühen Donnerstag gegen 02.30 Uhr entdeckt, wie die Behörden in Salzwedel mitteilten. Viele Bürger seien empört und hätten Anzeige erstattet, sagte ein Polizeisprecher.

Wegen des ungewöhnlichen Ausmaßes der Nazischmierereien gehen Ermittler davon aus, dass es sich um mehr als einen Straftäter handelt.

Die Täter haben auch eine Gedenktafel geschändet und das Wort «Synagoge» mit schwarzer Farbe übersprüht. Auch ein verglaster Abstellplatz für Einkaufswagen war mit Parolen und einem Hakenkreuz in roter Farbe beschmiert worden.