Datenschützer verlassen US-Gespräche über Gesichtserkennung

Monatelange Gespräche über einen freiwilligen Verhaltenskodex bei Gesichtserkennung in den USA drohen nach einem Eklat zu scheitern.

Neun Datenschutz-Organisationen verließen die Verhandlungen mit Vertretern von Handel und Marketing-Branche. Die Industrie weigere sich, Gesichtserkennung nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Leute einzusetzen, kritisierten sie.

«Zumindest sollte es den Menschen möglich sein, über eine öffentliche Straße zu gehen, ohne dass Unternehmen, von denen sie nie gehört haben, jeden ihrer Schritte verfolgen», hieß es in einer am späten Montag veröffentlichten Erklärung. Die Industrievertreter hätten sich jedoch jedem konkreten Szenario verweigert, bei dem zur Gesichtserkennung grundsätzlich erst eine Zustimmung eingeholt werden müsste. Unter anderem einige US-Händler würden gern Daten aus der Gesichtserkennung auswerten.

Zu den neun Gruppen, den aus den Gesprächen ausscherten, gehören bekannte Organisationen wie die American Civil Liberties Union (ACLU) und die Electronic Frontier Foundation (EFF). Die US-Regierung strebt eine Selbstregulierung bei Gesichtserkennung an und setzte deswegen den Dialog in Gang.