Sanierter Weimarer Cranach-Altar wieder vollständig

Erstmals seit der Zerstörung der Weimarer Herderkirche im Zweiten Weltkrieg ist ihr Cranach-Altar wieder als Gesamtwerk zu sehen.

Pünktlich zum Reformationstag am 31. Oktober werde das dreiflüglige Altarbild samt Zieraufsatz, Fürstengrab und Renaissance-Grabgitter nach viermonatiger Sanierung präsentiert, teilte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland am Dienstag in Weimar mit. Der Altar wurde nach Angaben des Thüringer Kultusministeriums nach jüngsten Forschungen überwiegend von Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1589) geschaffen. Rund 53 000 Euro kostete die Restaurierung und Konservierung des bekannten Altars.

Neben der Restaurierung der Altarteile von 1555 sei die im Zweiten Weltkrieg verloren gegangene Inschriftentafel, die sogenannte Predella, neu geschaffen worden, sagte der Superintendent des Weimarer Kirchenkreises, Heinrich Herbst. «Man kann hier nicht von Rekonstruktion sprechen, weil es nur wenige Zeichnungen der Predella gab, aber keinerlei Fotografien.»

Das Gotteshaus, wegen seines bekannten langjährigen Generalsuperintendenten Johann Gottfried Herder auch Herderkirche genannt, sei eng mit der Reformation verknüpft. Martin Luther habe mehrfach dort gepredigt, teilte die Kirche weiter mit. Seit 1525 gehöre sie zur Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Im kommenden Jahr wird der frisch sanierte Flügel-Altar Zentrum einer Ausstellung zum Cranach-Themenjahr. Anlässlich des 500. Geburtstags von Lucas Cranach dem Jüngeren will die Schau «Cranach in Weimar» Leben und Wirken von ihm und seinem Vater anhand zentraler Werke beleuchten.