Papst wirbt in Sarajevo für Aussöhnung

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Sarajevo für Frieden und Aussöhnung zwischen den Religionen geworben.

Papst wirbt in Sarajevo für Aussöhnung
Luca Zennaro Papst wirbt in Sarajevo für Aussöhnung

«Es ist nötig, dass wir miteinander reden, die Reichtümer eines jeden entdecken, zur Geltung bringen, was uns verbindet, und auf die Unterschiede blicken als eine Möglichkeit, im Respekt gegenüber allen zu wachsen», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einem Treffen mit Vertretern des Staatspräsidiums in der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas. Ein «geduldiger und vertrauensvoller Dialog» sei nötig, forderte der 78 Jahre alte Argentinier.

«Ich bin als Pilger des Friedens und des Dialogs gekommen», sagte Franziskus, der die Politiker dazu aufrief, die Grundrechte der Menschen und vor allem die Religionsfreiheit zu wahren. «Um sich erfolgreich der Barbarei derer entgegenzustellen, die jeden Unterschied zum Anlass und Vorwand für immer grausamere Gewalt nehmen möchten, ist es nötig, dass wir alle die Grundwerte des gemeinsamen Menschseins anerkennen», sagte der Papst zu Beginn des Besuchs.

Franziskus war am Morgen zu seiner eintägigen Visite in Sarajevo gelandet. Nach dem Treffen mit den Vertretern der Politik feierte der Argentinier im Olympiastadion eine Messe, zu der etwa 60 000 Menschen erwartet worden waren. Für den Nachmittag waren ein interreligiöses Treffen und ein Besuch in einem Jugendzentrum geplant.

Zuletzt war 1997 Papst Johannes Paul II. in die Stadt gereist, die in den 1990er Jahren Schauplatz eines langen Bürgerkriegs zwischen muslimischen Bosniern, orthodoxen Serben und katholischen Kroaten war. Das Balkanland ist immer noch tief gespalten und hat große wirtschaftliche und soziale Probleme.