SC Paderborn beendet Sieglos-Serie: 2:1 bei Hannover 96

Im knallroten Pulli stand André Breitenreiter vor der TV-Kamera und wusste gar nicht wohin mit seiner Freude. «Wir wollten ein Erfolgserlebnis und haben uns belohnt», sagte der Trainer des SC Paderborn nach dem 2:1 (0:0) bei Hannover 96.

SC Paderborn beendet Sieglos-Serie: 2:1 bei Hannover 96
Peter Steffen SC Paderborn beendet Sieglos-Serie: 2:1 bei Hannover 96

Dank eines Doppelschlags von Wintertransfer Srdjan Lakic und Alban Meha konnten die Ostwestfalen am Sonntag ihre Negativserie in der Fußball-Bundesliga nach zehn Spielen ohne Sieg beenden und den erstmaligen Absturz auf einen Abstiegsrang verhindern.

Lakic (72. Minute) per Kopfball und Meha (79.) per Flatter-Freistoß erzielten am Sonntag die ersten Tore für die Ostwestfalen in diesem Jahr - das Überraschungsteam der Hinrunde kletterte wieder auf Platz 12. «Wir sind für eine engagierte Leistung belohnt worden. Es war eine riesige moralische Leistung», sagte Michael Born, Sportlicher Leiter der Paderborner, nach dem ersten Erfolg seit Anfang November.

Die Hannoveraner, die durch Marcelo (66.) vor 38 300 Zuschauern in Führung gegangen waren, warten hingegen weiter auf den ersten Sieg in der Rückrunde und nähern sich langsam den Abstiegsrängen - statt wie erhofft den Europapokalplätzen. Mit 25 Zählern hat 96 nur noch zwei Punkte mehr auf dem Konto als Paderborn. «Wir dürfen die Augen davor nicht verschließen. Es wird immer schwieriger», sagte Torwart Ron-Robert Zieler.

Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner gab optisch wie verbal den Gegenpart zum freudestrahlenden Breitenreiter, der 1992 mit Hannover den DFB-Pokal gewann und noch heute vor den Toren der Stadt lebt. «Man muss da nicht drumherum reden. Wir brauchen nichts schönreden», sagte er im TV-Interview bei Sky. «Wir hatten nicht die Mittel, dagegenzuhalten. Das gibt ein bitteres Gefühl. Wir müssen ganz klar sehen, in welcher Situation wir sind.»

Hannover gehört gemeinsam mit Schlusslicht VfB Stuttgart zum traurigen Club der Sieglos-Teams in diesem Jahr. In ihrem 450. Bundesliga-Heimspiel verpassten die Niedersachsen nicht nur ihren 200. Heimsieg, sondern blieben erneut hinter den Erwartungen klar zurück.

Hannover setzte die Taktik von Trainer Tayfun Korkut durchaus um: Viel Ballbesitz von Anpfiff an. Nur die Effektivität ließ zu wünschen übrig. Die erste Chance bot sich Jimmy Briand (10. Minute) nach einem Pass von Lars Stindl. SCP-Verteidiger Rafa Lopez - eine große Stütze seines Teams - klärte geschickt. Stindl (28.) hatte Pech, dass er mit einem artistischen Schuss seinen Kollegen Joselu anschoss. Paderborn agierte mit Konzentration auf die Defensive und tauchte nur selten vor dem Tor von Zieler auf.

Korkut brachte für die zweite Halbzeit Angreifer Artur Sobiech für Defensivmann Christian Schulz, der im ersten Durchgang seine fünfte Gelbe Karte der Saison gesehen hatte. Er wird in der kommenden Woche gegen den 1. FC Köln fehlen. Mehr nach vorne spielte aber nun Paderborn. Koc (64.) konnte sich fast schon als erster Paderborner Torschütze 2015 fühlen. Doch Miiko Albornoz kratzte den Ball noch von der Linie.

Praktisch im Gegenzug traf Marcelo für Hannover zur Führung. Paderborn schien wieder auf der Verliererstraße und hatte doch noch die Kraft zurückzuschlagen. Joker Lakic gelang per Kopfball der Ausgleich. Meha drosch einen Freistoß in die Maschen - Zieler machte dabei eine unglückliche Figur. «Das ist schon mein Anspruch, so einen Ball zu halten», gestand Zieler.

Ballbesitz in %: 69,4 - 30,6

Torschüsse: 10 - 11

gew. Zweikämpfe in %: 50,3 - 49,7

Fouls: 16 - 12

Ecken: 7 - 1

Quelle: optasports.com