Schaaf bezwingt Ex-Club: Frankfurt schlägt Bremen 5:2

Nach mehr als 40 Jahren in Diensten von Werder Bremen hat Thomas Schaaf seinem Ex-Club eine herbe Niederlage zugefügt und die Abstiegssorgen an der Weser wieder deutlich vergrößert.

Schaaf bezwingt Ex-Club: Frankfurt schlägt Bremen 5:2
Fredrik Von Erichsen Schaaf bezwingt Ex-Club: Frankfurt schlägt Bremen 5:2

Mit dem 5:2 (1:1) gegen die Norddeutschen feierte Schaaf mit seinem neuen Club Eintracht Frankfurt in einem turbulenten Spiel seinen höchsten Saisonsieg und den dritten Erfolg in Serie in der Fußball-Bundesliga. «Im Moment machen wir viel mehr Dinge richtig als noch vor ein paar Wochen», sagte Schaaf im TV-Sender Sky. Mit 21 Punkten liegen die Frankfurter jetzt auf Platz sieben. «Ich hoffe, dass wir das stabilisieren und unseren Weg gezielt weitergehen können», betonte der Eintracht-Trainer.

Top-Torjäger Alexander Meier (34. Minute/68.) mit seinen Saisontreffern neun und zehn, Haris Seferovic (52.), Stefan Aigner (76.) und Marc Stendera (80.) schossen vor 46 800 Zuschauern den verdienten Sieg für die Hessen heraus. «Es war wichtig, dass wir in der zweiten Halbzeit ins Spiel gekommen sind. Da sind wir entschlossener in Richtung Tor gegangen, in der ersten Halbzeit war das noch etwas zaghaft», sagte Schaaf. Theodor Gebre Selassie (45.) und Luca Caldirola (79.) trafen für den Vorletzten aus Bremen.

Zudem mussten die Gäste den Ausfall von Torwart Raphael Wolf verkraften, der nach einem Zusammenprall mit Seferovic vor dessen Tor zum 2:1 verletzt vom Platz musste und durch den Österreicher Richard Strebinger ersetzt wurde. «Für mich war das ein klares Foul», sagte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin über die umstrittene Szene.

Wie emotional die Partie für Schaaf war, zeigte sich an seinen Reaktionen: Der 53-Jährige jubelte nach den Toren nicht wirklich und quittierte auch den Sieg mit eher stoischem Gesichtsausdruck.

Sein Gegenüber Skripnik, der im Werder-Trikot 77 Bundesliga-Spiele unter Schaaf bestritt, baute im Gegensatz zu Schaaf um. Für Alejandro Galvez (Sperre), Janek Sternberg und Izet Hajrovic (beide Bank) rückten Assani Lukimya, Santiago Garcia und Clemens Fritz ins Team. Zudem musste Abwehrchef Sebastian Prödl schon nach 24 Minuten verletzt vom Feld - für ihn kam der Italiener Caldirola.

Und die Bremer Hintermannschaft hatte zunächst deutlich mehr Arbeit als die Frankfurter Abwehr. Der 1,69 Meter große Takashi Inui scheiterte noch per Kopf am Pfosten (33.), doch eine Minute später gelang Meier die verdiente Führung - allerdings stand er zuvor beim Schuss von Stendera an den Pfosten ganz knapp im Abseits.

Die Eintracht war das engagiertere Team, wurde für die mangelnde Chancenverwertung aber vor der Pause bestraft. Mit ihrer ersten gefährlichen Aktion im Angriff gelang Werder der überraschende Ausgleich. Nach einem Eckball von Zlatko Junuzovic überwand Gebre Selassie mit einem Kopfball Eintracht-Keeper Felix Wiedwald.

Nach dem Wechsel ging es turbulent weiter. Bei einer Flanke von Inui kam Bremens Keeper Wolf etwas zu unentschlossen aus seinem Tor und prallte mit dem fallenden Seferovic zusammen. Doch obwohl sich das Geschehen im Fünfmeterraum abspielte, pfiff Schiedsrichter Christian Dingert nicht ab. Doppelt bitter für die Bremer, dass Wolf daraufhin verletzt vom Platz musste und Strebinger zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz kam. Bei zwei Kopfbällen war der Österreicher sofort gefordert, gegen Meiers zweiten Treffer aber machtlos. Gegen Stefan Aigner verkürzte Strebinger noch gut den Winkel, Meier aber schob den vom Pfosten abprallenden Ball ins Tor.

Nur zwei Minuten zuvor hatte Bremens Felix Kroos die Chance zum Ausgleich vergeben, als sein Distanzschuss an den Pfosten ging (66.). Die Frankfurter ließen nicht nach und wollten sich auf keinen Fall ein weiteres Mal überrumpeln lassen. Aigner und Stendera machten schließlich alles klar und fügten Bremen nach dem 0:6 gegen die Bayern die zweithöchste Saison-Niederlage zu.

Ballbesitz in %: 54,6 - 45,4

Torschüsse: 22 - 10

gew. Zweikämpfe in %: 47,9 - 52,1

Fouls: 17 - 12

Ecken: 9 - 2