Schaben könnten Dinokot verputzt haben

Die mächtigen Kothaufen von Dinosauriern wurden einer Studie zufolge möglicherweise vor allem von einer Insektengruppe beseitigt: Schaben.

Darauf weisen Kotreste in einer in Bernstein eingeschlossenen Schabe aus dem Libanon hin, berichten Forscher um Peter Vršanský von der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava im Fachmagazin «PLOS ONE». Fliegen und Mistkäfer habe es während des Erdmittelalters (Mesozoikum, vor 252 Millionen bis 66 Millionen Jahren) kaum gegeben.

Die Schabenlarve aus der ausgestorbenen Gruppe der Blattulidae war mit der sogenannten Synchrotron-Mikrotomographie untersucht worden, die zerstörungsfreie Einblicke in kleinste Strukturen ermöglicht. Ihr Darm enthielt demnach Holzpartikel, deren Form und Größe auf die Verdauung durch einen großen Pflanzenfresser schließen ließ. Da zu jener Zeit keine großen Säugetiere oder Reptilien lebten, müssen diese von Dinosauriern stammen, schlossen die Forscher.

Bisher sei unklar gewesen, welche Insekten die gewaltigen Haufen der Dinosaurier beseitigten - und ob dies überhaupt geschah. Ohne Weiterverarbeitung des Kots mit all seinen Nährstoffen hätten sich Boden und Pflanzen schwerer regenerieren können, erläutern die Forscher. Die Kotbrocken der Dinos hätten sieben Liter umfassen können, in einigen Haufen seien bis zu 13 Zentimeter lange Holzstücke gefunden worden.