Schalke im Aufbruch - Breitenreiter: Noch viel zu tun

André Breitenreiter hat die große Aufbruchstimmung und das neue Wir-Gefühl beim FC Schalke 04 gleich zum Bundesliga-Auftakt noch mehr befeuert.

Schalke im Aufbruch - Breitenreiter: Noch viel zu tun
Carmen Jaspersen Schalke im Aufbruch - Breitenreiter: Noch viel zu tun

Die Spieler setzten beim beeindruckenden 3:0 (1:0)-Auswärtssieg gegen den SV Werder Bremen die Fußball-Philosophie ihres neuen Trainers fast schon perfekt um und genossen den tollen Saisonstart. Auch der Ex-Bremer Franco di Santo: «Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg.»

Breitenreiter beendete das Spießrutenlaufen für den Argentinier in der Ex-Heimat nach gut einer Stunde. «Ich hatte die Pfiffe der Fans erwartet und kann sie auch verstehen», sagte Di Santo. Der Südamerikaner, dessen Wechsel von Werder zu den Schalkern für viel Wirbel gesorgt hatte, war vor dem Anpfiff in den Stadion-Katakomben vom SV Werder verabschiedet worden.

Auf dem Platz schickten die Werder-Fans dem ehemaligen Bremen-Profi reichlich Unmutsbekundungen hinterher. «Die Pfiffe sind ein Kompliment für ihn», sagte Di Santos Stürmerkollege Klaas-Jan Huntelaar. «Franco hat das schwerste Spiel der Vorrunde bereits hinter sich.»

Die Aussichten für die Zukunft mit Schalke scheinen erstmal rosig. Im ersten Heimspiel der neuen Saison empfangen die Gelsenkirchener Aufsteiger Darmstadt 98, danach kommt der Härtetest bei Pokalsieger und Vizemeister VfL Wolfsburg.

Auch Huntelaar profitiert von der offensiven Grundausrichtung, die Breitenreiter seiner Mannschaft verordnet. Sie zwang Werder in der ersten Halbzeit zu vielen Ballverlusten. «Wenn man offensiver spielt, ist man mehr in der gegnerischen Hälfte. Aus der eigenen Hälfte werden nicht so viele Tore erzielt», erläuterte der gut gelaunte Huntelaar. Nach zwei vergeben Großchancen setzte er in der 85. Minute nach einem Klasse-Solo von Leroy Sané den Schlusspunkt.

Zuvor hatten Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie (34.) per Eigentor und der quirlige Eric-Maxim Choupo-Moting (68.) getroffen, jeweils nach Vorarbeit von Joel Matip, wie Huntelaar mit einem Augenzwinkern anmerkte. Der erste Pass von Matip war für den Schalker Torjäger gedacht, doch von Gebre Selassie prallte der Ball über Werder-Keeper Felix Wiedwald ins Tor. «Kopf hoch, wir gewinnen und verlieren zusammen. Willkommen in der Realität, in der Bundesliga wird alles schnell bestraft», sagte Werder-Trainer Viktor Skripnik.

Breitenreiter beorderte nach dem Abpfiff das komplette Team aufs Feld und ließ einen Kreis bilden. «Das zeigt, dass wir eine Mannschaft sind», erklärte Geis. Der Ex-Mainzer bewies seine Qualitäten als Taktgeber im defensiven Mittelfeld. «Es war ein Spiel, bei dem ich nicht so viel reden musste», lobte Geis seine Mitspieler. Die Abwehr stand auch nach der frühen Verletzung von Matija Nastasic (17.), der einen Achillessehnenriss erlitt und noch am Abend operiert wurde, recht sicher. Die Bremer Angriffe verpufften wirkungslos.

«Uns hat der letzte Pfiff gefehlt», stellte Werder-Manager Thomas Eichin nach einer Partie mit vielen Pfiffen fest. Breitenreiter wollte in die Lobgesänge der Schalker Fans nicht ohne Einschränkung einstimmen. «Ein 3:0 in Bremen ist nicht selbstverständlich. Aber so klar war es nicht, wir haben noch viel zu tun, betonte der Coach mit Blick auf das Darmstadt-Spiel. Der Aufsteiger soll nicht unterschützt werden. «Dafür wird der Trainer schon sorgen», sagte Geis.