Schaustellerbund: Kleine Volksfeste sind in Gefahr

Der Deutsche Schaustellerbund (DSB) sieht kleinere Volksfeste in Gefahr. In den letzten 15 Jahren sei die Zahl der Volksfeste von 12 000 auf 10 000 zurückgegangen, teilte der Schaustellerbund in Aachen mit.

Schaustellerbund: Kleine Volksfeste sind in Gefahr
Ingo Wagner Schaustellerbund: Kleine Volksfeste sind in Gefahr

Betroffen seien vor allem kleine und mittlere Feste. Die Schere zwischen klein und groß gehe auseinander: Die großen Volksfeste wie das Münchner Oktoberfest oder die Cranger Kirmes in Herne würden immer größer. Sie würden unterstützt von Gewerbetreibenden, Städten und Stadtmarketing. «Auch die kleineren und mittleren Veranstaltungen müssen gefördert werden», verlangte DSB-Präsident Albert Ritter am Montag in Aachen.

Der Schaustellerbund knüpft hohe Erwartungen an ein mit den kommunalen Spitzenverbänden verabschiedetes Positionspapier zur Förderung der Volksfeste in Deutschland. Damit verbunden sei ein Austausch zwischen Schaustellern und Kommunen in einer Reihe von geplanten Seminaren. Die Impulse daraus könnten vor allem kleineren und mittleren Volksfesten helfen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Volksfeste sei die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Schaustellern.

Zum Erfolg gehöre außerdem das Bewusstsein, dass Volksfeste Kulturgut seien. Dafür will der Schaustellerbund noch einmal ins Rennen gehen um die Anerkennung des Volksfests als immaterielles Kulturgut durch die Unesco. Beim ersten Versuch war er gescheitert. Jährlich gehen nach Angaben der Schausteller 150 Millionen Deutsche auf Volksfeste und 80 Millionen auf die Weihnachtsmärkte.