Schleusen-Streiks laufen vorerst aus

Im Konflikt um die Absicherung der Beschäftigten bei der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) stehen die Zeichen wieder auf Dialog. Die ursprünglich für die gesamte Woche angesetzten Streiks an Schleusen von Flüssen und Kanälen sollten bis Dienstag größtenteils auslaufen.

Das teilte die Gewerkschaft Verdi in Berlin mit. Auf einigen Wasserstraßen kam es am Montag aber noch zu Beeinträchtigungen, teils gab es Notbesetzungen an Schleusen. Um eine Annäherung in dem wochenlangen Streit zu suchen, sollten Vertreter von Verdi und des Bundes am Montag zu einem Gespräch zusammentreffen. Kurzfristige Ergebnisse wurden nicht erwartet, wie es bei Verdi hieß.

Mit Arbeitsniederlegungen auch an diesem Dienstag sei noch an Schleusen in Bayern sowie Niedersachsen und Bremen zu rechnen, teilte die Gewerkschaft mit. In Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Hessen sollten die Aktionen am Montag enden - in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am Dienstagmorgen.

Hintergrund ist, dass die am Wochenende offiziell ausgesetzten Streiks nicht mehr überall rechtzeitig abgesagt werden konnten. Die Beschäftigten sollten nun teils in Streikversammlungen aktuell informiert werden, sagte ein Sprecher. Keine Streiks gab es laut Verdi am Montag etwa in Schleswig-Holstein, darunter auch am wichtigen Nord-Ostsee-Kanal.

In dem seit Wochen schwelenden Konflikt geht es um die vom Bund geplante WSV-Reform. Dabei soll die Zahl der Behörden bis 2020 von derzeit 53 auf 34 sinken, die der Beschäftigten ohne Entlassungen von 12 500 auf rund 10 000. Die Bundesministerien für Verkehr, Finanzen und Inneres hatten die Zusage an die Beschäftigten bekräftigt, dass betriebsbedingte Kündigungen, Versetzungen gegen den Willen der Betroffenen und finanzielle Einbußen ausgeschlossen werden. Verdi pocht auf tarifvertragliche Vereinbarungen, hatte in dem Papier der Ministerien aber «Anknüpfungspunkte für weitere Gespräche» erkannt.