Schneesturm im Himalya fordert mindestens 39 Opfer

Im gewaltigen Himalaya-Schneesturm sind neusten Zahlen zufolge mindestens 39 Menschen gestorben. Die Helfer hätten ihre Rettungs- und Bergungsarbeiten jetzt fast abgeschlossen, erklärten die Behörden am Sonntag.

Außerdem gibt es erstmals eine konkrete Vermisstenzahl: Insgesamt würden noch 19 Menschen vermisst, sagte Ramesh Dhamala, Vorstandsmitglied im Verband der Trekkingagenturen in Nepal TAAN. Auch die Behördenchefs der drei betroffenen Distrikte nennen - zusammengenommen - diese Zahl. Tagelang war über die Vermisstenzahl gerätselt worden.

Der Schneesturm war am Dienstag überraschend über das Zentrum Nepals hereingebrochen. Hunderte Wanderer waren da gerade auf der beliebten Annapurna-Runde unterwegs. Besonders viele Menschen starben am Thorong-Pass, der mit 5416 Metern höchsten Stelle des Rundwegs. Über mögliche deutsche Opfer gibt es keine offiziellen Angaben. Die meisten der Toten sind Nepalesen; unter den verstorbenen Touristen sind Menschen aus Kanada, Polen, Israel, der Slowakei, Indien, Vietnam und Japan.

Insgesamt wurden in den vergangenen Tagen rund 400 Menschen in Sicherheit gebracht. Darunter waren laut TAAN auch mindestens 18 Deutsche. Helikopter der Armee, der Behörden und von privaten Organisationen waren zusammen im Einsatz. Auch schickte die Armee Soldaten zu Fuß los, um die Wege abzugehen, auf denen teils meterhoch Schnee lag. In vielen Hochlagen gingen Lawinen ab.

Im Gebiet rund um den Thorong-Pass werde noch nach elf Vermissten gesucht, sagte Devendra Lamichanne, Chef des Distrikts in Manang. Es handle sich um Kanadier, Nepalesen, Inder und einen Japaner. Im benachbarten Distrikt Mustang wurden alle bis auf acht Menschen gefunden. «Wir konnten zu den acht Nepalesen im Hidden Valley allerdings schon Kontakt herstellen», sagte Baburam Bhattarai, Behördenchef von Mustang. Ein spezieller Hubschrauber für große Höhen sei notwendig, um sie ins Tal zu holen.

Auf nicht offiziellen Listen im Internet suchen Angehörige und Freunde noch nach Dutzenden Vermissten. Allerdings gibt es im Himalaya oft keinen Handyempfang und keine Telefone, so dass es für die Reisenden schwierig ist, Kontakt zu Bekannten und Verwandten herzustellen. Außerdem kappte der Sturm zahlreiche Leitungen. Wanderer veröffentlichten Fotos, auf denen umgenippte Masten zu sehen sind.

Zahlreiche Gerettete, die Frostbeulen davontrugen oder sogar Finger und Zehen verloren, werden in Nepals Krankenhäusern behandelt. Viele sind psychisch angeschlagen. «Ich bin jetzt hier sicher, aber ich komme nicht zur Ruhe», sagte ein Schweizer Wanderer. Er erreichte mit seinem Bergführer rechtzeitig tiefere Gegenden - aber verlor einige seiner Kameraden auf dem Weg.