Betriebsausflug endet in Tragödie: Sechs Tote bei Großbrand

Sie wollten einen Tag lang Rafting betreiben und Kanufahren gehen, um kurz dem Alltag im Betrieb zu entfliehen. Doch dann kommt alles ganz anders. Sechs Menschen sterben in den Flammen eines Großbrandes am Alpenrand.

Sieben weitere werden schwer verletzt. Sie alle sind Mitarbeiter einer Firma aus Niederbayern, die dort in Schneizlreuth im Berchtesgadener Land gemeinsam ein schönes Wochenende verbringen wollen. Doch statt Sport und Spiel wartet auf sie eine Tragödie. Es ist das folgenschwerste Brandunglück in Bayern seit 1986.

Helle Rauchschwaden dringen am Samstagmorgen aus dem schindelgedeckten Dachstuhl des Gästehauses, Flammen schlagen aus dem Dachstuhl. Noch ist es dunkel in dem kleinen oberbayerischen Dorf nahe der österreichischen Grenze. Und noch ist nicht klar, dass in dem ausgebauten Bauernhof sechs Menschen ums Leben gekommen sind. Die Männer gelten zunächst als vermisst. Noch besteht zu dieser Zeit Hoffnung.

Schließlich stehen 41 Gerettete in der kalten Morgenluft. Viele haben Tränen in den Augen. «Die sind um das nackte Überleben gelaufen», sagt eine Augenzeugin. Hilfskräfte geben den Frierenden Trainingsanzüge und versorgen sie. Es ist noch dunkel, abwechselnd beleuchten flackendes Blaulicht und grelle Flutlichtscheinwerfer die Rauchwolken, die noch immer aus dem Gebäude quellen. Das Domizil, ein umgebauter Bauernhof aus dem Jahr 1541, malerisch gelegen am Alpenrand, ist zerstört. Warum es brannte, ist völlig unklar.

Das Feuer überraschte die Urlauber im Schlaf. Gegen drei Uhr in der Nacht brach der Brand im ersten Stock aus. Die Mitglieder der Gruppe, die rechtzeitig wach wurden, versuchten in Panik ihre Kollegen zu wecken und aus dem brennenden Haus zu entkommen.

Im fahlen Tageslicht erscheint erst allmählich das Ausmaß der Katastrophe. Die einst weißen Mauern des Bauernhauses sind rußgeschwärzt, alle Fenster im ersten Stock fehlen. Der Dachstuhl ist komplett ausgebrannt. Dort finden Brandfahnder am Nachmittag zunächst die Leichen von fünf Männern, die sich nicht mehr retten konnten. Der sechste Vermisste wird wenig später ebenfalls gefunden.

Sieben der Überlebenden tragen schwere Verletzungen davon. Zwei von ihnen haben so starke Verbrennungen, dass sie sofort per Hubschrauber in Spezialkliniken gebracht werden müssen. Die Unverletzten werden mit einem Reisebus zurück in ihre Heimat gefahren.