Schüsse auf Bus: Zwei Verdächtige festgenommen

Nach den Schüssen auf den Mannschaftsbus des türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul hat die Polizei zwei mutmaßliche Täter gefasst.

Einem der Männer werde vorgeworfen, den Bus auf dem Weg zum Flughafen in der nordtürkischen Schwarzmeerstadt Trabzon verfolgt zu haben, sagte Trabzons Gouverneur Abdil Celil Öz nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA. Der zweite Verdächtige habe dann das Feuer eröffnet. Zu den Festnahmen der 27 und 38 Jahre alten Männer sei es in Trabzon gekommen.

Der ehemalige Bundesliga-Profi Michal Kadlec hat die Schüsse Istanbul als «eine geplante Operation» bezeichnet. «Da wusste jemand, dass wir über eine Brücke fahren müssen», sagte der Ex-Spieler von Bayer 04 Leverkusen der «Bild»-Zeitung. «Dann wurde auf uns geschossen. Ein Wunder, dass die Sache so ausgegangen ist.»

Der Mannschaftsbus von Fenerbahce war nach dem 5:1-Auswärtssieg gegen Caykur Rizespor am 4. April beschossen worden. Der Fahrer wurde verletzt, Spieler kamen nicht zu Schaden. «Ich habe gehört, dass es ihm bessergehen soll und er sprechen würde», sagte Kadlec, der 2013 von Leverkusen zu Fenerbahce gewechselt war. Laut «Bild» saß der 30-Jährige in der sechsten Reihe, als der Bus beschossen wurde. «Für die Leute vorne war es der blanke Horror», meinte Kadlec.

Als Reaktion auf den Vorfall sagte die türkische Fußball-Liga den kommenden Spieltag ab. Zuvor hatte Fenerbahce angekündigt, bis zur Aufklärung des «terroristischen» Angriffs keine Spiele mehr bestreiten zu wollen.

Fans des Vereins Trabzonspor sind nicht gut auf Fenerbahce zu sprechen. In der Spielzeit 2010/11 war der damalige und aktuelle Meister in einen Skandal über mutmaßliche Spielmanipulationen verwickelt. Die UEFA schloss Fenerbahce von der Teilnahme am Europapokal aus. Nach Ansicht der Trabzonspor-Fans hätte der damalige Tabellenzweite den nationalen Titel zuerkannt bekommen müssen.