Schäuble: Griechenland am Zug, um «Graccident» zu verhindern

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht weiterhin Griechenland in der Pflicht, einen versehentlichen, unfallartigen Austritt («Graccident») aus der Euro-Zone zu verhindern.

Schäuble: Griechenland am Zug, um «Graccident» zu verhindern
Boris Roessler Schäuble: Griechenland am Zug, um «Graccident» zu verhindern

Seine Sprecherin betonte in Berlin, es sei das Bestreben der Bundesregierung, Athen in der Euro-Zone zu halten: «Aber es ist auch wichtig jetzt zu betonen, dass Griechenland jetzt am Zug ist, seine Reformverpflichtungen so zu erfüllen, wie es vereinbart wurde.» Es gebe keinen Blankoscheck.

Auch Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, es bleibe politisches Ziel, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibe. Es gebe kein bilaterales Problem zischen Berlin und Athen und keine Fehde zwischen Schäuble und dessen griechischem Amtskollegen Gianis Varoufakis. Griechenland müsse die Krise gemeinsam mit Europa lösen: «Wir wollen Griechenland ein guter Freund und Partner sein.»

Am Vorabend hatte Schäuble wie sein österreichischer Amtskollege Hans Jörg Schelling in Wien einen ungeplanten Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone nicht ausgeschlossen.

In einem Fernsehinterview des ORF sagte Schäuble: «Im Augenblick, da ja die Verantwortung, die Möglichkeit es zu entscheiden, was passiert, nur in Griechenland liegt, und da wir nicht so genau wissen, was die Verantwortlichen in Griechenland tun, können wir es ja auch nicht ausschließen.» Seine Sprecherin ergänzte in Berlin, Schäuble halte das Schuldenproblem für überwindbar und sehe Griechenland nicht als hoffnungslosen Fall.