Schäuble: Partnerschaft mit Indien intensivieren

Deutschland will den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Indien neuen Schub verleihen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte zum Montag in der indischen Hauptstadt Neu Delhi, nach dem Regierungswechsel im Mai sei Indien auf einem beachtlichen Veränderungsweg.

«Deswegen ist es ganz wichtig, die traditionell enge Partnerschaft möglichst intensiv zu entwickeln», sagte Schäuble, der sich unter anderem  mit Premierminister Narendra Modi treffen wollte.

In den Gesprächen will Schäuble dem G20-Partner auch klar machen, dass es keinen Grund gebe für Sorgen über Stabilität und Zukunft der Euro-Zone: «Die weltweiten Sorgen wegen der europäischen Entwicklung sind ein Bruchteil dessen, was sie 2010 waren.»

Auch die deutsche Wirtschaft hofft auf Wachstumsimpulse und mehr Geschäfte mit der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens. «Die Wirtschaftsbeziehungen sind deutlich entwicklungsfähig», sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. In diesem Jahr sei mit einem Anstieg deutscher Exporte um mehr als zehn Prozent zu rechnen. «Gemessen am Potenzial des Landes bleiben deutsche Unternehmen bisher hinter den Möglichkeiten». So investierten diese in China viermal mehr.

Indien ist in diesem Jahr offizieller Partner der Industriemesse in Hannover. Deutschland hat derzeit den Vorsitz der Gruppe der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7). In der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) ist Indien nach Aussage Schäubles ein ganz entscheidender Partner.

Nach Angaben des DIHK sind in Indien etwa 1000 Unternehmen aktiv mit Direktinvestitionen von zehn Milliarden Euro. Für 2015 rechnen Experten mit einem Wirtschaftswachstum von gut sechs Prozent.