Schuldspruch im Prozess um Londoner Soldatenmord

Im Prozess um den grausamen Soldatenmord auf offener Straße in London sind die beiden Angeklagten am Donnerstag des Mordes für schuldig befunden worden. Der Richter wird erst im Januar über das Strafmaß entscheiden.

Schuldspruch im Prozess um Londoner Soldatenmord
Ministry Of Defence / Handout Schuldspruch im Prozess um Londoner Soldatenmord

Die beiden Männer, Michael Adebolajo, 29, und Michael Adebowale, 22, hatten die Mordanklage zurückgewiesen.

Die beiden Angeklagten hatten den 25 Jahre alte Lee Rigby am 22. Mai auf der Straße mit dem Auto angefahren und danach mit einem Fleischerbeil und Messern regelrecht zu Tode gehackt. Laut Anklage versuchten die Täter, ihr bereits am Boden liegendes Opfer zu enthaupten.

Premierminister David Cameron rief dazu auf, die Anstrengungen zur Überwindung der «vergifteten Rhetorik» von Extremismus und Gewalt zu verdoppeln. Das ganze Land habe in der Verurteilung der Tat zusammengestanden, sagte Cameron am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.

Die Angeklagten, die beide nigerianische Wurzeln haben und in Großbritannien zum Islam konvertierten, hatten sich als «Soldaten Allahs» bezeichnet. Ihre Tat sei eine «militärische Operation» gewesen, mit der sie das «tägliche Töten» muslimischer Soldaten rächen wollten. «Auge um Auge, Zahn um Zahn», hatten sie am Tatort im Süd-Londoner Stadtteil Woolwich gerufen.

Rigby, Vater eines zweijährigen Sohns, trug am Tag seiner Ermordung keine Uniform. Die Täter griffen ihn an, weil er ein T-Shirt einer Wohltätigkeitsorganisation für Soldaten trug. Nach der Bluttat hatte es in London und anderen Teilen Großbritanniens eine Serie von Brandanschlägen auf islamische Einrichtungen gegeben. Im Anklagepunkt des versuchten Mordes an einem Polizeibeamten wurden die beiden Männer für nicht schuldig erklärt. Ihre Verteidiger hatten geltend gemacht, sie hätten sich der Polizei am Anschlagsort genähert, um als «Märtyrer» erschossen zu werden.

Der Vorsitzende Richter Nigel Sweeney hatte die Geschworenen angewiesen, dass die von den Angeklagten vorgebrachten Motive für ihre Entscheidung keine Relevanz haben dürfe. Mordabsicht bleibe Mordabsicht, sagte der Richter - ob sie nun in Trunkenheit oder aus Gründen der Religion gefasst werde.

Die Familie des Opfers zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. «Es ist Gerechtigkeit getan worden. Diese Leute haben unserem Baby ihren Vater genommen, aber die Erinnerung an Lee lebt in ihm fort», sagte ein Sprecher von Rigbys Ehefrau. Die Familie hatte während der Beweisaufnahme mehrfach unter Tränen den Verhandlungssaal im Londoner Strafgericht Old Bailey verlassen.