Schumacher mit Hirnverletzungen im künstlichen Koma

Michael Schumacher hat bei seinem Skiunfall «im Gehirn weitverbreitete Verletzungen» erlitten. Sein Zustand sei «außerordentlich ernst», teilten die Ärzte des Krankenhauses in Grenoble mit.

Schumacher mit Hirnverletzungen im künstlichen Koma
Jens Büttner Schumacher mit Hirnverletzungen im künstlichen Koma

Schumacher wurde ins künstliche Koma versetzt. Der Formel-1-Rekordweltmeister war gestern nach einem Sturz auf einem angeblich nicht markierten Hang in Méribel mit dem Kopf gegen einen Felsen geprallt.

Bereits am Sonntagbend hatten die Mediziner nach Schumachers heftigem Sturz auf den Kopf beim Skifahren in den französischen Alpen von einem «kritischen Zustand» berichtet.

In Grenoble waren Medienberichten zufolge noch am Abend des Unglückstages einige von Schumachers engsten und vertrautesten Wegbegleitern eingetroffen: Neben Ross Brawn, der an allen sieben WM-Titeln Schumachers maßgeblich beteiligt gewesen ist, kam auch der Präsident des Internationalen Automobilverbandes, Jean Todt. Der Franzose war zu Schumachers Erfolgs-Ära bei Ferrari Teamchef. Auch Schumachers deutscher Arzt Johannes Peil, der mit seinem Team von der Sportklinik Bad Nauheim den bislang erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Welt seit Jahren betreut, erreichte Grenoble noch am Abend.

Ehemalige Wegbegleiter am Kommandostand, Ex-Rivalen auf der Rennstrecke und auch Nicht-Motorsportler reagierten betroffen auf die schlimmen Nachrichten. «Meine Gedanken sind bei Schumi», twitterte Deutschlands NBA-Basketballstar Dirk Nowitzki. «Werd bitte schnell wieder gesund», meinte Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski in dem sozialen Netzwerk: «Nur das Beste, mein Freund.» Und Boris Becker schrieb: «Lasst uns alle beten für @realschumacher michael für eine vollständige und schnelle Genesung!!!». «Fight Michael!! Meine Kraft und meine Gedanken sind bei euch..!!! FIGHT!!!!!!!», twitterte Reck-Vizeweltmeister Fabian Hambüchen.

Vor allem aber in der PS-Szene war die Erschütterung groß. «Ich bin mir sicher: Die Motorsportwelt wird heute Nacht schlecht schlafen», schrieb Rallye-Rekordweltmeister Sebastien Loeb noch am Sonntagabend. «Michael hat mehr als jeder andere die Kraft das durchzustehen», meinte Ex-Champion Jenson Button. «Meine besten Wünsche an ihn und seine Familie #gutebesserung», twitterte Schumachers Landsmann Adrian Sutil. Das Force-India-Team, für das Sutil in der vergangenen Formel-1-Saison gefahren war, twitterte: «Come on Champion!» Auch die Organisatoren diverser Grand Prix von Australien bis Singapur schickten via Twitter und Facebook Genesungswünsche.

Denn Schumacher war über viele Jahre die Formel 1. Siebenmal wurde er Weltmeister. 1999 überstand er seinen schwersten Unfall, als er in Silverstone im Ferrari verunglückte. Der Arzt, der damals seinen Schien- und Wadenbeinbruch behandelte, war am Sonntag ebenfalls nach Grenoble gereist. Auch Gérard Saillant zählt zu den Vertrauten des Rheinländers.

So wie vor allem Brawn. Er hatte Schumacher zu dessen Comeback in der Formel 1 bei Mercedes motiviert. 2010 war Schumacher in die Königsklasse des Motorsports nach drei Jahren Pause zurückgekehrt, nachdem er ein geplantes Comeback 2009 für Ferrari wegen der gesundheitlichen Nachwirkungen seines schweren Motorradunfalls im Februar desselben Jahres hatte absagen müssen.

Im Silberpfeil hatte er von 2010 bis einschließlich 2012 an die Erfolge seiner ersten Karriere (1991 bis einschließlich 2006) nicht anschließen können und keinen weiteren Sieg seinen 91 Grand-Prix-Erfolgen hinzufügen können. Mit seiner deutlich lockereren Art sammelte Schumacher aber viele Sympathiepunkte. Einer seiner besten Freunde im Formel-1-Zirkus ist sein Nachfolger Sebastian Vettel. «Ich bin schockiert und ich hoffe, dass es ihm so schnell wie möglich wieder besser geht. Ich wünsche seiner Familie jetzt ganz viel Kraft», erklärte der viermalige Weltmeister Vettel der Nachrichtenagentur dpa.