Schutz für Radler: Notbremsassistenten im Auto

Passiver Unfallschutz für Fußgänger an Autos schützt Radfahrer kaum vor schweren Kopfverletzungen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Mit passivem Unfallschutz sind unter anderem sich aufrichtende Motorhauben gemeint.

Schutz für Radler: Notbremsassistenten im Auto
Bernd Thissen Schutz für Radler: Notbremsassistenten im Auto

UDV-Leiter Siegfried Brockmann forderte die Auto-Industrie auf, sich um aktiven Unfallschutz wie Notbremsassistenten für Radfahrer zu kümmern. Diese Technik solle weiterentwickelt und in Serie eingeführt werden. Mit einem Notbremsassistenten erkennt ein Auto selbstständig eine Gefahr und verringert die Geschwindigkeit, bevor der Fahrer reagiert.

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub VCD verwies auf die besondere Gefahr, wenn Lastwagen beim Abbiegen Radfahrer übersehen. «In Zeiten von Einparkassistenten, selbstfahrenden Lkw und Autos ist es unverständlich, dass in diesem für die Radverkehrssicherheit so wichtigen Bereich keine technischen Verbesserungen erreicht werden und diese nicht serienmäßig eingebaut sind», sagte Wolfgang Aichinger, VCD-Referent für Verkehrspolitik laut einer Mitteilung. Nötig seien Gesetze, die unter anderem einen Zeitplan für die Ausstattung von Lastern mit Fahrer-Assistenzsystemen bis 2020 vorsehen.

Auf Deutschlands Straßen verunglückten im vergangenen Jahr 396 Fahrradfahrer tödlich, das entspricht 12 Prozent aller Verkehrstoten. Wie das Statistische Bundesamt im August mitgeteilt hatte, wurden 77 900 Fahrradfahrer verletzt, davon 14 500 schwer. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der tödlich verunglückten Radler um 42, die der verletzten um etwa 6000.