Schwache Bilanzen belasten Dax

Das schwache geschäftliche Abschneiden einiger Konzerne hat den Anlegern heute die Laune verhagelt. Der zunächst sehr freundliche Dax rutschte am Morgen zwischenzeitlich ins Minus. Zuletzt konnte sich der Leitindex wieder etwas berappeln und stand 0,10 Prozent im Plus bei 11 185,24 Punkten.

Trotz der Kurserholung am Vortag bleibe das Börsenbarometer angeschlagen, schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Davor hatten Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung Chinas sowie eine eher durchwachsen verlaufende Berichtssaison dem Dax eine fünftägige Verlustserie eingebrockt. Die Börsianer warteten nun gespannt auf den am Abend anstehende Leitzinsentscheid der US-Notenbank Fed.

Gerade die Entwicklung in China hatte zum Handelsauftakt noch für merklich Auftrieb am deutschen Aktienmarkt gesorgt: Die zu Wochenbeginn eingebrochenen Festland-Börsen schüttelten ihre anfängliche Schwäche ab und drehten deutlich ins Plus. Zudem war die Wall Street freundlich aus dem Handel gegangen.

Der MDax der mittelgroßen Werte behauptete zuletzt ein Plus von 0,38 Prozent auf 20 456,43Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,14 Prozent auf 1771,81 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,26 Prozent auf 3563,33 Punkte hoch.

Bei der anstehenden Fed-Sitzung rechnen Experten noch nicht mit einer ersten Leitzinserhöhung nach der Finanzkrise. Doch erhoffen sich Investoren weitere Hinweise auf den Zeitpunkt. Die jüngsten US-Konjunkturdaten könnten die Währungshüter allerdings erneut «als Vorwand nutzen, um die Entscheidung aufzuschieben», schrieb Volkswirt Dirk Gojny von der National-Bank.

Bei Heidelbergcement sorgten Übernahmepläne für den  italienischen Konkurrenten Italcementi sowie Geschäftszahlen für einen Kursrutsch von 4,75 Prozent - damit waren die Aktien Schlusslicht im deutschen Leitindex. Die Vorzugsaktien von Volkswagen verloren nach der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen 2,57 Prozent. Die Verkaufsflaute in China und Einbrüche auf weiteren Absatzmärkten ließen den Gewinn des Autobauers im zweiten Quartal stärker als erwartet sinken.

Die Linde-Papiere verbilligten sich um 4,13 Prozent, nachdem der Gasespezialist wegen eines schwächeren Geschäfts im Anlagenbau seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr leicht reduziert hatte. Für die Aktien von Bayer ging es hingegen an der Dax-Spitze um 3,58 Prozent hoch. Der Pharma- und Chemiekonzern bekräftigte nach deutlichen Zuwächsen im zweiten Quartal im Kern seine Jahresprognosen.