Schwache EU-Daten belasten Dax

Enttäuschende Wachstumsprognosen für die Länder der Eurozone haben die deutschen Aktien am Dienstag belastet. «Am deutschen Aktienmarkt mehren sich die Anzeichen für eine bevorstehende Korrektur», sagte Marktexperte Jens Klatt von DailyFX.

Der Dax entfernte sich von seinem in der Vorwoche bei 9070 Punkten erreichten Allzeithoch und rutschte zeitweise wieder unter die Marke von 9000 Punkten. Letztlich sank der Leitindex um 0,31 Prozent 9009,11 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 0,04 Prozent auf 16 091,17 Punkte, nachdem er im frühen Handel noch ein Rekordhoch bei 16 150 Zählern erreicht hatte. Der TecDax fiel um 0,75 Prozent auf 1130,69 Punkte.

Auch die anderen wichtigen Börsen in Europa präsentierten sich im Minus. Der EuroStoxx 50 schloss 0,83 Prozent tiefer bei 3035,92 Punkten. Die Leitindizes in Paris und London verloren zwischen 0,25 und 0,82 Prozent. In den USA lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende rund 0,2 Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag.

Die gesenkten Wachstumsprognosen der Brüsseler EU-Kommission für nahezu alle Euroländer habe die Märkte verunsichert, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Broker GKFX. Zudem habe sich eine gewisse Vorsicht der Anleger vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank EZB an diesem Donnerstag breitgemacht, sagte Craig Erlam, Marktanalyst bei Alpari Research. Ein ungewöhnlicher Inflationseinbruch lasse Spielraum für eine weitere Zinssenkung. Sollte sie ausbleiben, dürfte der Euro weiter erstarken und die Aktienrally beenden, vermutet Barczynski.

Highlight im Dax waren Beiersdorf mit einem Kurssprung von 5,31 Prozent. Aufgestockte Prognosen für Umsatz und Profitabilität hatten die Papiere des Konsumgüterkonzerns im Verlauf auf ein Rekordhoch bei 73,69 Euro gehoben. Gewinne verbuchten auch die Aktien von FMC und der Muttergesellschaft Fresenius, die um 1,19 bzw. 3,38 Prozent nach oben kletterten. Ein Börsianer lobte bei Fresenius den verbesserten Ausblick für die Sparte Helios. Ein Minus von 2,87 Prozent musste am Dax-Ende der Autobauer BMW hinnehmen. Dabei fiel der Gewinn etwas höher als erwartet aus, während der Umsatz die Prognosen verfehlte.

Symrise-Papiere feierten im MDax mit einem Kursplus von 5,74 Prozent die Zahlenvorlage des Aromen- und Duftstoffherstellers, der dank einer starken Nachfrage auch im dritten Quartal Umsatz und Gewinn höher als erwartet steigerte. Die Titel von Sky Deutschland legten nach Zahlen um 5,04 Prozent zu und verbuchten den höchsten Stand seit Oktober 2008. Der Bezahlsender hatte auf dem Weg aus den roten Zahlen einen weiteren großen Schritt gemacht. Die Anteilsscheine von Aurubis fielen am MDax-Ende um 4,66 Prozent. Europas größter Kupferkonzern hatte eine enttäuschende Entwicklung im vierten Geschäftsquartal ausgewiesen.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,39 (Montag: 1,36) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 133,99 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,50 Prozent auf 141,18 Punkte. Der Eurokurs fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3494 (Montag: 1,3506) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7411 (0,7404) Euro.