Schwache EU-Daten drücken Dax unter 9000 Punkte

Enttäuschende Wachstumsprognosen für die Länder der Eurozone haben die deutschen Aktien am Dienstag belastet. Der Dax rutschte wieder unter die stark beachtete Marke von 9000 Punkten und notierte am Nachmittag 0,59 Prozent tiefer bei 8983,72 Punkten.

Der MDax mittelgroßer Werte verlor zuletzt 0,16 Prozent auf 16 071,11 Punkte, nachdem er im frühen Handel ein Rekordhoch bei 16 150 Zählern markiert hatte. Der TecDax fiel um 0,77 Prozent auf 1130,45 Punkte. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, büßte mehr als ein Prozent ein.

Die gesenkten Wachstumsprognosen der Brüsseler EU-Kommission für nahezu alle Euroländer habe die Märkte ein wenig verunsichert, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Broker GKFX. Zudem habe sich eine gewisse Vorsicht der Anleger vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank EZB an diesem Donnerstag breitgemacht, sagte Craig Erlam, Marktanalyst bei Alpari Reserach.

Ein ungewöhnlicher Inflationseinbruch lasse Spielraum für eine weitere Zinssenkung. Sollte sie ausbleiben, dürfte der Euro weiter erstarken und die Aktienrally beenden, vermutet Barczynski.

Highlight im Dax waren Beiersdorf-Aktien mit einem Kurssprung von knapp fünf Prozent. Aufgestockte Prognosen für Umsatz und Profitabilität haben die Papiere des Konsumgüterkonzerns im Verlauf sogar auf ein Rekordhoch bei 73,69 Euro geschoben. Gewinne verbuchten auch die Aktien von FMC und der Muttergesellschaft Fresenius, die um 1,04 bzw. 3,28 Prozent kletterten.

Der Sparkurs im US-Gesundheitswesen lastete zwar auch im dritten Quartal auf dem Dialysespezialisten FMC. Ein Börsianer lobte allerdings den bekräftigten Ausblick. Bei Fresenius hob er den verbesserten Ausblick für die Sparte Helios positiv hervor.

Ein deutliches Minus von 3,18 Prozent musste am Dax-Ende hingegen der Autobauer BMW hinnehmen. Dabei fiel der Gewinn etwas höher als erwartet aus, während der Umsatz die Prognosen verfehlte. Analyst Tim Schuldt von der Equinet Bank sieht nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial für die Aktien.

Symrise-Papiere feierten im MDax mit einem Kursplus von fünf Prozent die Zahlenvorlage des Aromen- und Duftstoffherstellers, der dank einer starken Nachfrage auch im dritten Quartal Umsatz und Gewinn höher als erwartet steigerte. Die Titel von Sky Deutschland legten nach Zahlen um 5,63 Prozent zu. Der Bezahlsender hat auf dem Weg aus den roten Zahlen einen weiteren großen Schritt gemacht.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,39 (Montag : 1,36) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 133,99 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,27 Prozent auf 141,51 Punkte. Der Eurokurs fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3494 (Montag: 1,3506) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7411 (0,7404) Euro.