Schwacher HSV gewinnt bei Schlusslicht Hannover 96

Hannover 96 trudelt weiter der 2. Fußball-Bundesliga entgegen und hat dem Hamburger SV im Abstiegskampf unfreiwillig geholfen. Der unter Thomas Schaaf daheim weiterhin sieglose Erstliga-Letzte überließ den Hamburgern bei der 0:3 (0:0)-Niederlage die drei Punkte.

Schwacher HSV gewinnt bei Schlusslicht Hannover 96
Peter Steffen Schwacher HSV gewinnt bei Schlusslicht Hannover 96

Dem HSV gelang mit dem Sieg ein ganz wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt. Vor 49 000 Zuschauern erzielten Cléber (61.), Ivo Ilicevic (73.) und Nicolia Müller (75.) für den lang Zeit enttäuschenden Hamburger SV.

Drei Tage nachdem Thomas Schaaf seinen Abschied im Falles des Abstiegs angekündigte hatte, sah der langjährige Werder-Coach eine Stunde lange eine der besseren Vorstellungen in seiner im Januar begonnenen 96-Amtszeit. Seine Mannschaft spielte mehr als eine Halbzeit mutig nach vorne und dominierte das Geschehen, brach aber nach der Hamburger Führung auseinander. Der HSV nutzte diese Schwäche zu weiteren Treffern und setzte sich vom unteren Tabellendrittel ab.

Gegen die in der Defensivarbeit schwachen Hamburger kamen die Gastgeber lange Zeit zu Kombinationen im Mittelfeld und zu einigen Chancen. Vor allem Hiroshi Kiyotake bekam das defensive Mittelfeld des HSV überhaupt nicht in den Griff, so dass der schwache Lewis Holtby in der zweiten Halbzeit für Gideon Jung Platz machen musste. Aber auch die linke Abwehrseite mit Gotoku Sakai und Ivo Ilicevic, der viel zu wenig half, offenbarte große Schwächen.

Insgesamt tat der HSV fast zu spät etwas, um das Schlusslicht der Liga zu beschäftigen und von eigenen Offensivaktionen abzuhalten. In Hannover wurde deutlich, warum die Hamburger in dem 13 Spielen zuvor nur zwei gewinnen konnte. Darüber kann auch der letztlich hohe Sieg nicht hinwegtäuschen.            

Torwart Rene Adler hatte es der Hamburger SV zu verdanken, dass die beim Abschluss zu zögerlichen Gastgeber nicht zu Toren kam. Der ehemalige National-Torwart parierte unter anderem einen Schuss des stark verbesserten Hugo Almeida (17.) und einen Kopfball von Ceyhun Gülselam (37.).

Nur gelegentlich kamen die Gäste zu Kontern. Bei der besten Offensivaktion der ersten Halbzeit vergab Ilicevic (12.) und schoss aus wenigen Metern freistehend über das Tor. Nicht gegeben wurde von Schiedsrichter Robert Hartmann ein Treffer von Sven Schipplock(31.), weil der Stürmer vorher gegen Christian Schulz gefoult hatte. Ansonsten fiel der HSV-Angreifer, der den Vorzug vor Artjoms Rudnevs und Pierre-Michel Lasogga bekommen hatte, wenig auf.

Zum entscheidenden Treffer nutzte der HSV eine Ecke. Der in der Abwehr wackelnde Brasilianer Cléber köpfte eine scharf hereingetretene Ecke von Aaron Hunt ein. Danach war es einfach. Hannover gab sich auf. Ilicevic nach Vorlage von Sven Schipplock und Müller nach schönem Alleingang nutzten die Auflösungserscheinungen in der 96-Abwehr.