«Schwalbenkönig» Sararer erbost Nürnberg

Über das Remis ärgerten sich die Nürnberger weniger. Aber so richtig sauer waren die Franken auf den Düsseldorfer Sercan Sararer. Der Offensivspieler bekam einen unberechtigten Elfmeter zugesprochen - und wurde von «Club»-Keeper Raphael Schäfer wüst beschimpft.

«Schwalbenkönig» Sararer erbost Nürnberg
Maja Hitij «Schwalbenkönig» Sararer erbost Nürnberg

Die dicke Beule auf der Stirn konnte Schäfer locker verschmerzen. Auch die zwei verlorenen Punkte im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga nach dem 1:1 bei Fortuna Düsseldorf waren dem Torwart-Routinier des 1. FC Nürnberg kaum Worte wert. Aber über die provokante Spielweise von Sararer und den offensichtlich geschundenen Elfmeter schimpfte der sichtlich erboste Keeper noch lange nach dem Schlusspfiff: «So ein Schwalbenkönig. Der ist für mich durch», sagte er.

Schäfer ärgerte sich über die Szene, die Düsseldorf einen Foulelfmeter und das 1:0 durch Kerem Demirbay (33. Minute) brachte. Sararer ließ sich in einem Zweikampf mit Nürnbergs Miso Brecko an der Strafraumgrenze fallen, Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) dadurch täuschen und pfiff Elfmeter. Die TV-Bilder zeigten, dass Sararer von Brecko kaum berührt wurde und der Tatort wohl auch vor dem Strafraum war. «Man steht unter Adrenalin. Es kann sein, dass man da etwas spürt», sagte Sararer und gab sich betont kleinlaut: «Man hätte es aber auch nicht pfeifen können.»

Schäfer aber war mächtig sauer. «Mit diesem Menschen spreche ich nicht mehr», sagte der 37-Jährige auf die Frage, ob er Sararer zur Rede gestellt habe und verwies auf einen unschönen Vorfall aus der Vergangenheit: «Er hat mich angespuckt.» Am 24. November 2012 hatte Sararer als Profi der SpVgg Greuther Fürth im Bundesliga-Derby gegen Nürnberg mit einer Spuckattacke gegen Schäfer für einen Eklat gesorgt und war nachträglich gesperrt worden.

«Es ist mehr als eine Frechheit, dass er in der zweiten Halbzeit noch eine Schwalbe versuchte», polterte Schäfer weiter. Der Torwart machte Schiedsrichter Stieler am Tag nach dem Bundesliga-Eklat um Leverkusens Trainer Roger Schmidt und Referee Felix Zwayer aber keinen Vorwurf. Nürnbergs Trainer René Weiler erklärte, dass die Referees ebenso Geschädigte seien. «Der Schiedsrichter hat es dann gesehen und sich auch entschuldigt», berichtete Weiler von dem Gespräch in der Pause. «Der konnte das auch nicht mehr rückgängig machen. Der hat sich auch nicht wohlgefühlt.»

Anders als Schäfer suchte Club-Coach Weiler den Kontakt mit Sararer. «Ich habe dreimal an der Seitenlinie mit ihm einen Dialog geführt und gesagt: «Unsportlich bis zum Geht-nicht-mehr. Wenn Du Dich dabei wohlfühlst, ist das Deine Sache»», berichtete Weiler, dessen Team auch in der zweiten Halbzeit benachteiligt wurde. Bei einem Freistoß unterlief Axel Bellinghausen im Düsseldorfer Strafraum ein Handspiel (50.). Es hätte Elfmeter für Nürnberg geben müssen. 

Insofern war der Ausgleich durch Niclas Füllkrug (82.) der gerechte Lohn für «ein richtig gutes Spiel», wie Schäfer befand. «Der Weg ist das Ziel. Und der Weg sieht immer besser aus, die Resultate sind auch gut», sagte Weiler nach dem zwölften Spiel in Serie ohne Niederlage und drei Punkten Rückstand auf den Zweiten SC Freiburg.

Die Düsseldorfer konnten mit dem 2:1 in Freiburg und dem 1:1 gegen Nürnberg wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib feiern. «Wir haben mit viel Herz diesen Punkt geholt. Das gibt Selbstvertrauen», sagte Trainer Marco Kurz der Partie beim Vorletzten 1860 München.