Schwarz-grüner Zirkel geplant

Politiker von Union und Grünen wollen künftig in einem regelmäßigen Gesprächszirkel mögliche Gemeinsamkeiten ausloten. Der CDU-Politiker Jens Spahn und der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour haben die vertrauliche Runde geplant.

Ein entsprechender Bericht der «Welt» wurde der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Berlin aus Kreisen künftiger Teilnehmer bestätigt.

Somit nehmen die Ankündigungen von Politikern beider Seiten konkret Gestalt an, dass man sich auf eine mögliche schwarz-grüne Koalition in Zukunft frühzeitig vorbereiten wolle. Dies könnte wichtig für die nächste Bundestagswahl 2017 werden. Die SPD hatte ihrerseits bereits angekündigt, auch Bündnisse mit Linken und Grünen im Bund künftig nicht mehr ausschließen zu wollen.

Wie es aus der Grünen-Spitze hieß, will man seitens der Grünen nicht nur mit Unions-, sondern auch mit Linke-Politikern konkrete Gespräche führen. Ungeachtet dessen geht man bei Union und Grünen davon aus, dass die geplante große Koalition von Union und SPD nun tatsächlich zustande kommt.

Die schwarz-grüne Runde soll etwas weniger als 30 Teilnehmer haben und sich im Januar zum ersten Mal treffen, wie der dpa bestätigt wurde. Laut «Welt» soll es im nächsten Jahr etwa sechs Termine hinter verschlossenen Türen geben.

«Es geht vor allem darum, in einer gewissen Verbindlichkeit wieder den Gesprächsfaden aufzunehmen», sagte Spahn dem Blatt. «Wir wollen inhaltliche Gemeinsamkeiten ausloten, aber es geht vor allem auch ums bessere Kennenlernen. Wen kann ich anrufen, wenn ich eine verlässliche Absprache treffen will, wer hat welche Empfindlichkeiten.»

Die neue schwarz-grüne Runde soll die sogenannte Pizza-Connection ablösen, die Mitte der 1990er Jahre von Politikern von CDU und Grünen gegründet worden, zuletzt allerdings eingeschlafen war. Nach dem Scheitern der offiziellen schwarz-grünen Sondierungsgespräche im Oktober wollten Spahn und Nouripour die Annäherung jetzt weiter vorantreiben.