Schwerer Schneesturm fegt über Nordosten der USA hinweg

Ein schwerer Sturm mit starken Winden und klirrender Kälte hat weite Teile der USA in eine dicke Schneedecke gehüllt.

Betroffen sind vor allem die Neuengland-Staaten im Nordosten des Landes mit Metropolen wie Boston, New York, Philadelphia und Washington. Der Sturm könne zu chaotischen Verhältnissen führen, warnten Meteorologen am Freitag. Vor allem extrem schlechte Sichtbedingungen seien wahrscheinlich. «Reisen Sie nicht, es ist sehr gefährlich», teilte der nationale Wetterdienst mit. Kälte und Windböen waren teils bis in den südlichen Bundesstaat Florida zu spüren.

Rund 5000 Flüge fielen am Donnerstag und Freitag aus, mehr als 10 000 waren verspätet. Manche Flughäfen wie beispielsweise John F. Kennedy in New York stellten ihren Betrieb zeitweise ganz ein. Probleme gab es auch im Straßenverkehr. Etwa 100 Millionen Einwohner lebten in der Unwetter-Zone, berichtete der TV-Sender CNN - das sei fast ein Drittel der US-Bevölkerung. Für die Bundesstaaten New York und New Jersey wurden der Notstand ausgerufen und mehrere Hauptverbindungsstraßen gesperrt. «Damit ist nicht zu spaßen», sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo. «Die Menschen sollten ernsthaft in Erwägung ziehen, zu Hause zu bleiben.»

Im Bundesstaat Massachusetts und in der Millionenmetropole New York blieben alle Schulen am Freitag geschlossen. Auch das UN-Hauptquartier in Manhattan blieb zu, alle Sitzungen wurden abgesagt.

Die Schneefälle in New York gelten als erster Test für den neuen Bürgermeister der Stadt, Bill de Blasio, der sein Amt Anfang Januar angetreten hatte. De Blasio hatte sich nach einem Schneesturm im Jahr 2010 kritisch über die Arbeit seines Vorgängers Michael Bloomberg geäußert. «Wir müssen es diesmal richtig machen», sagte de Blasio jetzt. «Wir sind extrem konzentriert darauf, diese Stadt zu verteidigen.»

Nach Vorhersagen des nationalen Wetterdienstes soll es vielerorts bis Freitagabend (Ortszeit) schneien. Bis dahin könnten in Neuengland bis zu 45 Zentimeter Neuschnee fallen, sagten Meteorologen voraus. Allein in Boston in Massachusetts fielen bis Donnerstagabend (Ortszeit) innerhalb weniger Stunden fast 20 Zentimeter Neuschnee. Auch in New York und im weit südlich gelegenen Washington gab es ergiebige Schneefälle.

Vor allem Kälte und Wind drohen den Menschen zuzusetzen. «Als Folge dieses Sturms werden sich sehr kalte Luftmassen über den Osten der USA bewegen», sagte der nationale Wetterdienst voraus. In vielen Gebieten könnten die Temperaturen 20 bis 30 Grad unter die Normalwerte fallen. Die Kältewelle werde sich vermutlich bis in den Norden Floridas ausbreiten - selbst dort könnte es Minustemperaturen geben.

Wie üblich bei solchen Wetterlagen werden in den USA viele Stromausfälle erwartet. Dies liegt vor allem daran, dass Stromleitungen häufiger als in Deutschland noch über der Erde verlaufen. Eis und umstürzende Bäume sind oftmals die Ursache, dass Zehntausende auch in Städten wie Washington tagelang ohne Strom sind.

Allerdings dürften in Neuengland die Schneemengen vom vergangenen Februar nicht erreicht werden, sagten Experten im TV-Sender CNN. Damals habe es mehr als einen Meter Neuschnee gegeben.