Schweres Bergwerksunglück in Polen

Bangen um die Schwerverletzten und schwierige Suche nach einem Vermissten: Bei einem nächtlichen Grubenbrand sind in Polen fast 30 Kumpel verletzt worden. Die Unglückszeche galt als risikoträchtig.

Schweres Bergwerksunglück in Polen
Andrzej Grygiel Schweres Bergwerksunglück in Polen

Bei einem Grubenbrand im Süden Polens sind 29 Bergleute verletzt worden. Sieben von ihnen schwebten nach dem Unglück in dem Steinkohlebergwerk Myslowice-Wesola am Dienstagmittag in Lebensgefahr. Am späten Montagabend war es vermutlich zu einer Methangas-Explosion gekommen, wie der polnische Nachrichtensender TVN 24 berichtete. Ein 42-jähriger Bergmann wurde am Dienstag noch vermisst. «Wir hoffen, dass er lebt», sagte ein Bergwerkssprecher.

Die Suche nach dem Vermissten war am Dienstagvormittag den Angaben zufolge unmöglich. Der Grubenbrand dauerte an, zudem war die Gaskonzentration unter Tage zu hoch, um Retter zur Unglücksstelle zu schicken, wie ein Sprecher der Bergbaugesellschaft sagte.

«Sie sagen, dass sie ihn suchen, aber ich habe keine Hoffnung», sagte der Vater des Vermissten der polnischen Nachrichtenagentur PAP. «Er war dort eingesetzt, wo die Bedrohung am größten ist.» Bereits am Tag vor dem Unglück habe es Berichte über erhöhte Methangaswerte gegeben.

Die Unglückszeche ist bekannt für das Risiko hoher Methangaswerte. Nach Angaben der Bergwerksgesellschaft werden daher moderne Messgeräte zur Dauerüberwachung der Luftwerte unter Tage eingesetzt.

Einige der Geborgenen waren den Angaben zufolge sehr schwer verletzt. «Bei einigen Männern sind bis zu 80 Prozent der Hauoberfläche verbrannt», sagte Mariusz Nowak, Leiter einer Spezialklinik für Verbrennungsopfer. In der Klinik werden 18 der am schwersten verletzten Bergleute behandelt. Die Behandlung werde Monate dauern, mehrere Männer werden den Angaben zufolge Hauttransplantationen benötigen.

In der Gefahrenzone 665 Meter unter der Erdoberfläche hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks 37 Kumpel auf, von denen 36 bis zum frühen Dienstagmorgen nach oben gebracht werden konnten. Die Bergbaubehörde und die Staatsanwaltschaft wollten noch am Dienstag Ermittlungen zur Unglücksursache aufnehmen.