Schwierige Verhandlungen für öffentlichen Dienst

Nach zweiwöchigen Warnstreiks setzen Gewerkschaften und Bundesländer ihre Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst fort. Die Gespräche gelten als ungewöhnlich kompliziert. Ob es in dieser Woche zu einem Durchbruch kommt, gilt als völlig offen.

Schwierige Verhandlungen für öffentlichen Dienst
Axel Heimken Schwierige Verhandlungen für öffentlichen Dienst

Der Verhandlungsführer des Beamtenbunds (dbb), Willi Russ, sagte: «Das sind nicht nur dicke Bretter, das sind ganze Holzblöcke, die wir da jetzt bohren müssen.» Verdi-Chef Frank Bsirske sagte der Zeitung «Bild am Sonntag», ohne akzeptables Angebot der Länder komme es zur Eskalation. An den Arbeitsniederlegungen würden sich weit mehr als die 100 000 Arbeitnehmer der vergangenen Woche beteiligen, kündigte Bsirske für den Fall eines Scheiterns der dritten Verhandlungsrunde an.

«Es geht um Straßenwärter, Feuerwehrleute und Polizisten, um Schulen, Kitas, Unikliniken, Hochschulen sowie um Streiks im Küstenschutz und in der Landesverwaltung», so der Verdi-Chef.

Die dritte Runde beginnt am Montag in Potsdam (gegen 14 Uhr). Die bisherigen zwei Runden waren ergebnislos zu Ende gegangen. Die Gewerkschaften verlangen für die 800 000 Landesangestellten 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr und ein Ende von Befristungen ohne Sachgrund. Sie fordern zugleich eine Übertragung auf die rund zwei Millionen Beamte und Pensionäre. 

Die Länder pochen auf finanzielle Erleichterungen bei der betrieblichen Altersvorsorge. Zudem geht es darum, ob die angestellten Lehrer tariflich einheitlich eingruppiert werden sollen - und wenn ja in welcher Höhe. Weil es bei allen Aspekten um viel Geld geht, hängen sie am Ende auch miteinander zusammen.

In den vergangenen beiden Wochen waren nach Gewerkschaftsangaben
115 000 Beschäftigte auf die Straße gegangen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, vor allem Lehrer und Erzieher. Zum Beginn der dritten Verhandlungsrunde soll es in Hamburg einen ganztägigen Warnstreik geben.