Südafrika vor der größten Gedenkfeier seiner Geschichte

Die Welt nimmt Abschied von Nelson Mandela. Zur zentralen Trauerfeier in Johannesburg werden heute 70 amtierende und 10 ehemalige Staats- und Regierungschefs erwartet.

Südafrika vor der größten Gedenkfeier seiner Geschichte
Ian Langsdon Südafrika vor der größten Gedenkfeier seiner Geschichte

In einem 90 000 Menschen fassenden Fußballstadion werden nach bisherigem Programm UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, US-Präsident Barack Obama und der kubanische Präsident Raúl Castro Reden halten.

«Die ganze Welt kommt im wahrsten Sinne des Wortes nach Südafrika», sagte der Sprecher des Außenministeriums, Clayson Monyela, in Pretoria. Zu den Gästen zählten «Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen». Das sei beispiellos in der Geschichte des Landes. Logistisch allerdings stehe die Regierung vor «einer sehr schweren Aufgabe», sagte Monyela.

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Mandela war am Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben. Er hatte sein Land aus der Rassentrennung in die Demokratie geführt.

Die Gedenkfeier für den südafrikanischen Nationalhelden findet zwischen 10.00 und 14.00 Uhr MEZ statt. Der Leichnam Mandelas wird nicht im Stadion aufgebahrt sein. Der Trauerakt wird an 90 Orten im Land auf Großleinwänden sowie in drei weiteren Stadien von Johannesburg für die Öffentlichkeit übertragen. Weltweit berichten Fernsehstationen aus Johannesburg.

Neben Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma sollen bei der Feier auch Kinder und Enkel Mandelas das Wort ergreifen. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Chinas Vizepräsident Li Yuanchao und Indiens Präsident Pranab Mukherjee sind laut Programm gleichfalls Redner.

Auch die ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, Bill Clinton und George W. Bush standen auf der Gästeliste. Neben Bundespräsident Joachim Gauck wurden der französische Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron erwartet. Viele Staatsgäste kamen bereits am Montag in Johannesburg an.