Südkorea will Luftraumüberwachungszone erweitern

Angesichts der Spannungen im Ostchinesischen Meer will Südkorea seine Luftraumüberwachungszone erweitern. «Die Regierung bereitet die neue Luftverteidigungszone in der Art vor, die am besten nationalem Interesse entspricht», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul.

Wann Südkorea den Schritt verkünden will, war zunächst unklar. Die Pläne seien aber nahezu fertiggestellt, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsbeamten.

Seoul reagiert damit auf die Schaffung einer chinesischen Luftraumüberwachungszone über dem Ostchinesischen Meer. Die Maßnahme wird als Kampfansage sowohl an Japan und Südkorea als auch an deren Schutzmacht USA gewertet. Der Streit um den Luftraum über dem Ostchinesischen Meer dürfte auch die Gespräche von US-Vizepräsident Biden beherrschen, der in dieser Woche Japan, China und Südkorea besucht.

Seoul will die chinesische Zone nicht anerkennen, die den eigenen Überwachungsgürtel überlappt und zudem einen unter Wasser liegenden Felsen einbezieht, der de facto von Südkorea kontrolliert wird. Über der von den Koreanern Ieodo genannten Felsformation hat Südkorea eine Forschungsplattform verankert. Die Regierung in Seoul war jedoch in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass sich die eigene Überwachungszone nicht auch über Ieodo erstreckt.