Südzucker leidet unter schwachem Export

Europas größter Zuckerkonzern Südzucker hat im zweiten Quartal mit einem schwachen Geschäft in seiner wichtigsten Sparte gekämpft. Im Segment Zucker sei der Umsatz unter anderem wegen eines schwachen Exportgeschäfts um 4,5 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro gefallen.

Südzucker leidet unter schwachem Export
Julian Stratenschulte Südzucker leidet unter schwachem Export

Dies teilte das MDax-Unternehmen bei am Donnerstag bei der Vorlage detaillierter Zahlen mit. Zudem litt die Sparte unter hohen Rohstoffkosten. Der operative Gewinn des Segments fiel um 36 Prozent auf 143 Millionen Euro. «Das schmerzt uns ganz erheblich», sagte ein Südzucker-Sprecher.

Wenn die EU-Zuckermarktordnung in ihrer jetzigen Form Ende 2017 auslaufe, sei im Segment Zucker mit zunehmenden Schwankungen zu rechnen. Ohne Zuckerquote und Rübenmindestpreis gehe ein Stück Stabilität verloren, sagte der Sprecher. «Es fehlt eine verlässliche Planungsbasis.» Die Marktordnung regelt den Import des günstigeren Rohrzuckers. Obwohl der Wegfall bei Südzucker gemischte Gefühle auslöse, sehe sich der Konzern gut aufgestellt, betonte der Sprecher.

Konzernweit ging der Umsatz um knapp ein Prozent auf 2,02 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis fiel um 35 Prozent auf 194 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Südzucker mit gut 115 Millionen Euro rund 34 Prozent weniger als vor einem Jahr. «Im Vergleich zum Vorjahr ist es ein Abstieg», sagte der Sprecher. «Aber wir haben eines der besten Halbjahresergebnisse in der Unternehmensgeschichte.» Das vergangene Jahr sei wegen guter Exportmöglichkeiten und niedriger Rübenpreise ein Ausnahmejahr gewesen. «Das wir das nicht noch einmal bekommen, war uns bewusst.»

Die Anzahl der Mitarbeiter stieg im Vorjahresvergleich konzernweit um 2,8 Prozent auf 18 331. Das Unternehmen hatte bereits im September die Eckdaten für das zweite Quartal vorgelegt. Der Konzern erwartet weiter einen Umsatzanstieg auf 8 (Vorjahr: 7,9) Milliarden Euro. Das operative Ergebnis soll dagegen um 15 Prozent auf 825 Millionen Euro zurückgehen.