Sechs-Tage-Woche am Hauptstadtflughafen

Auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens soll Tempo gemacht werden. In einigen Bereichen gelte nun eine Sechs-Tage-Woche und die Regelarbeitszeit der Objektüberwacher sei erhöht worden, teilte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Montag mit.

Nach wie vor liege das Projekt drei bis vier Monate hinter dem aktuellen Zeitplan. Dieser sieht vor, dass der Flughafen nach vier geplatzten Eröffnungsterminen im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb geht. «Um unser Ziel zu erreichen, beschleunigen wir die Arbeiten, wo wir können», versicherte Mühlenfeld.

Weil der neue Flughafen mit einer Jahreskapazität von 27 Millionen Passagieren voraussichtlich zu klein sein wird, planen die Betreiber die Erweiterung. Dieses Vorhaben stößt bei den Umland-Gemeinden auf Skepsis. «Die Gemeinden fürchten, dass der Lärm zunimmt», sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag nach einer Sitzung des Gremiums.

Mühlenfeld will neben dem Neubau ein weiteres Terminal für sechs bis acht Millionen Fluggäste bauen lassen. Es soll an der nördlichen Start- und Landebahn entstehen und vor allem Billigflieger anlocken. «Das ist die deutlich lärmempfindlichere Bahn», sagte Steintjes mit Verweis auf die dichte Besiedlung entlang der Flugrouten.

Die Bürgermeister fürchteten mehr Lärm vor allem am frühen Morgen und am späten Abend. «Da hatten wir auf Lärmpausen gehofft, das wird jetzt noch mal schwieriger», sagte Steintjes. Die Fluglärmkommission aus Bürgermeistern, Behörden und Luftverkehrsvertretern hat beratende Funktion.