Seehofer sieht Söder und Aigner nicht in Spitzenmannschaft

CSU-Chef Horst Seehofer hat drei Jahre vor seinem geplanten Abschied den beiden offensichtlichsten Konkurrenten um seine Nachfolge eine Absage erteilt.

Er präsentierte am Montag in München seine Überlegungen für ein Strategieteam, das sich mit den «großen Linien und großen Weichenstellungen» für die Bundestagswahl 2017 und die Landtagswahl 2018 beschäftigen soll. Die beiden Aspiranten auf den Chefposten, Finanzminister Markus Söder und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, sollen diesen Überlegungen zufolge nicht Teil seiner Spitzenmannschaft sein.

Seehofer balanciert damit die Kräfteverhältnisse in der Parteispitze neu aus: «Das Doppeljahr ist zu wichtig, um es allein in der Verantwortung des Parteivorsitzenden zu belassen», sagte der CSU-Chef. Es ist wahrscheinlich, dass Seehofers Kompetenzteam keineswegs nur der Vorbereitung künftiger Wahlen dient, sondern der Disziplinierung ehrgeiziger Thronanwärter. Eine «Mannschaft des Vertrauens und der Kompetenz» hatte Seehofer bereits im März auf einem kleinen Parteitag in Bamberg angekündigt.

Seehofer will seine künftig fünf Stellvertreter in der CSU-Spitze berufen, das sind unter anderem Manfred Weber, Fraktionschef der Konservativen im Europaparlament, und Bundesagrarminister Christian Schmidt. Für internationale Fragen soll Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zuständig sein.

Das Verhältnis zwischen Seehofer und Söder gilt CSU-intern als schwer gestört: Seehofer geht nach verbreiteter Einschätzung in der CSU-Spitze davon aus, dass Söder ihn gerne schon vor 2018 beerben würde. Aigner wiederum gilt als Söders stärkste Konkurrentin. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin soll als CSU-Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2018 ziehen.