Seit wann und warum? Das Duell Hamilton vs. Rosberg

Wieder Bahrain. Nur diesmal hat es vorher schon ordentlich zwischen Formel-1-Titelverteidiger Lewis Hamilton und Herausforderer Nico Rosberg von Mercedes gekracht. Ein Duell mit Vorgeschichte.

Seit wann und warum? Das Duell Hamilton vs. Rosberg
Wu Hong Seit wann und warum? Das Duell Hamilton vs. Rosberg

Es begann vor einem Jahr in Bahrain. Rosberg startete von der Pole, wurde aber nach einem Duell, das seines gleichen sucht, Zweiter. Hamilton, von Rang zwei in den Wüsten-Grand-Prix gestartet, setzte sich vor Rosberg und ließ den attackierenden Deutschen nicht mehr vorbei. Der Teamleitung stockte mehrfach der Atem am Kommandostand bei den haarscharfen Manövern, die auch einen Ausfall beider Silberpfeile zur Folge hätten haben können.

Der Mercedes war im vergangenen Jahr das mit Abstand beste Auto. Schnell war klar: Der Titel wird nur zwischen Hamilton und Rosberg entschieden. Hinzu kommt sicher, dass beide Piloten vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung äußerst unterschiedliche Charaktere sind. Und: Hamilton hatte schon vorher geschafft, was Rosberg unbedingt noch will. 2008 wurde der Brite erstmals Weltmeister.

Beide Piloten werden gleich behandelt. Beide Piloten haben solange freie Fahrt, wie sie sich zum Wohle des Teams verhalten. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schloss zuletzt aber nicht aus, dass man gegebenenfalls die Herangehensweise etwas verändern könnte. Denn im Gegensatz zu 2014, als Hamilton und Rosberg den WM-Kampf zum reinen Silberpfeilduell machten und auch die Teamwertung ungefährdet gewannen, ist Ferrari zum ernstzunehmenden Herausforderer geworden.

Seit seinem Wechsel von McLaren zu Mercedes zur Saison 2013 betont er immer wieder: Hier kann ich sein wie ich bin. Hamilton, der Tattoo
Fan, der Goldkettenträger, der Liebhaber protziger Autos, der Privatjet-Inhaber, der internationale Star mit Glamour-Faktor. Was er will: Rennfahren, Zweikämpfe auf der Strecke, gewinnen. Als die Beziehung zu Popsängerin Nicole Scherzinger Anfang des Jahres in die Brüche ging, stellten sich viele die Frage, ob das wie zu vergangenen Zeiten wieder auf die Leistung des Briten Einfluss nehmen würde. Wenn, dann hat es ihn bis jetzt höchstens nur noch stärker gemacht.

Nachdem der Zoff im vergangenen Jahr auf der Strecke in Spa-Francorchamps eskaliert war, nahm er die Schuld auf sich. Er lobt, wann und wo er kann: Das Team, jeden Mitarbeiter, die Fortschritte. Er stellte sich nun nach seinem Emotionsausbruch in China sogar den kritischen Fragen von Fans. Als ihm einer vorwarf, er würde rumheulen, antwortete Rosberg beeindruckend unbeeindruckt, dass er diese Meinung respektiere. Er lebt Formel 1, will alles wissen. Dass ihm im WM-Rennen vor allem psychologisch womöglich wegweisende Rennen bevorstehen, dürfte er nur zu genau wissen.