Seniorinnen-Krimikomödie «Jetzt oder nie» in Hamburg

Drei betagte Damen klauen im Supermarkt Schnaps, den sie heimlich im Altenheim verkaufen. Acht Jahre lang füllen sie so und mit ein paar anderen Tricks ihre Spardose, um sich die ersehnte Kreuzfahrt auf einem Luxusschiff leisten zu können. Am Ende überfallen sie dafür sogar eine Bank.

Nach Motiven eines Kinofilms von Lars Büchel und Ruth Toma aus dem Jahr 2000 hat Regisseur Michael Bogdanov die Krimikomödie «Jetzt oder nie - Zeit ist Geld» geschrieben. Mit den Schauspielerinnen Diana Körner, Dinah Hinz und Uta Stammer hat er seine Szenenfolge unter viel Beifall des Publikums am Sonntagabend an den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt. Zu manchmal gefühligem Oldtime-Jazz und vor großen Schweiz-Weiß-Videobühnenbildern schickt Bogdanov seine Hauptdarstellerinnen ins turbulente, zum Teil aber auch etwas langatmige Rennen. «Es reicht eben nicht, Geld zu haben. Man muss auch genug Zeit haben, es auszugeben», erklärt die forsche Carla (Hinz)- bereits aus dem Himmel herab. Sie erzählt das Geschehen aus dem Rückblick auf ihr Erdendasein.

Gemeinsam mit der auch mit 83 Jahren immer noch an Männern interessierten Lili (Diana Körner) und der ängstlichen Meta (Uta Stammer) bildet sie das Witwen-Trio, das der Schwerkraft der Erinnerungen und des Fleisches mit Tatkraft, Humor und einigen Funken Lebensweisheit trotzt.

Die Aufführung zielt mitten in den Zeitgeist, denn in der immer älter werdenden Gesellschaft florieren seit einigen Jahren Seniorenkomödien, die Mut zum Alter machen. Dustin Hoffmans Film «Quartett» (2012) ist nur ein Beispiel dafür.