Nordkorea meldet Erfolge beim Bau von Atombomben

Im Streit um sein Atomprogramm heizt Nordkorea die Spannungen an. Das Land sei in der Lage, «kleinere Atomwaffen in verschiedenen Formen herzustellen», wurde der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge ein Sprecher der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas von den Staatsmedien zitiert.

In Südkorea äußerten Militärs Zweifel, dass das Nachbarland bereits Atomraketen entwickeln könne. Die Verkleinerung von Atombomben ist ein wichtiger Schritt, damit sie auf Raketen montiert werden können.

Nordkorea sei auf der Stufe, die höchste Präzision nicht nur «bei Mittel- und Kurzstreckenraketen, sondern auch von Langstreckenraketen zu erreichen», hieß es weiter in der Erklärung der Verteidigungskommission. Diese ist das wichtigste Entscheidungsgremium in Nordkorea. 

Militärs in Südkorea hätten betont, dass Nordkorea Fortschritte bei der Verkleinerung von Atomwaffen erzielt habe, berichtete Yonhap. «Doch Südkorea und die USA teilen die Einschätzung, dass es noch nicht auf der Stufe ist, auf der die entsprechende Technologie fertig entwickelt ist», wurde ein Militärvertreter zitiert.   

Der Befehlshaber der US-Streitkräfte in Südkorea (USFK), Curtis Scaparrotti, hatte im vergangenen Oktober seine Einschätzung geäußert, dass Nordkorea prinzipiell einen passenden Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete bauen könne. Allerdings wisse er nicht, ob das Land schon eine einsatzbereite Atomrakete habe, da bisher noch keine entprechenden Tests stattgefunden hätten.     

Nordkorea hatte zwischen 2006 und 2013 drei unterirdische Atomtests durchgeführt. Der UN-Sicherheitsrat hatte auf die Tests mit Sanktionen gegen das kommunistische Regime reagiert. 

Der Test einer U-Boot-Rakete in Nordkorea in diesem Monat hatte in Südkorea und den USA große Besorgnis ausgelöst. Nordkoreas Medien hatten am 9. Mai berichtet, dass das Land erstmals erfolgreich von einem U-Boot eine neuartige ballistische Rakete abgefeuert habe. Nach Angaben von Regierungsbeamten in Seoul erfolgte der Test am Tag vorher vor der Ostküste. In Seoul hieß es weiter, die Rakete sei nur 100 bis 150 Meter weit über dem Wasser geflogen.