Südkoreas Präsidentin sagt USA-Besuch wegen Mers-Ausbruch ab

Angesichts der steigenden Zahl von Mers-Erkrankungen und -Todesfällen in ihrem Land hat Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye einen geplanten Besuch in den USA verschoben.

Park habe sich dazu «angesichts der Beunruhigung in der Bevölkerung» entschlossen, sagte eine Sprecherin der Staatschefin am Mittwoch. Die Sicherheit der Bürger habe höchste Priorität. Parks Besuch in den USA war für Sonntag bis Donnerstag nächster Woche geplant. Vorgesehen war unter anderem ein Treffen mit Präsident Barack Obama. 

An Mers sind in Südkorea inzwischen neun Menschen gestorben. Außerdem meldete das Gesundheitsministerium am Mittwoch 13 Neuerkrankungen. Damit stieg die Zahl der Mers-Patienten seit dem ersten erfassten Fall im Land im Mai auf 108. Mers zählt wie viele Erkältungsviren und auch der Sars-Erreger zu den Coronaviren. 

Ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das derzeit den Ausbruch in Südkorea untersucht, empfahl der Regierung, die über 2400 wegen Mers vorübergehend geschlossenen Schulen wieder zu öffnen. «Die Schulen sind nicht mit der Übertragung des Mers-Virus in Südkorea und anderswo in Verbindung gebracht worden», hieß es. Bisher blieb der Ausbruch in Südkorea nach Angaben der Behörden auf Krankenhausinfektionen beschränkt.