Separatisten in der Ostukraine beginnen umstrittene Wahlen

Im Konfliktgebiet Ostukraine haben am Sonntagmorgen die umstrittenen Wahlen für neue Volksvertretungen und sogenannte Republikchefs in Lugansk und Donezk begonnen.

Separatisten in der Ostukraine beginnen umstrittene Wahlen
Alexander Ermochenko Separatisten in der Ostukraine beginnen umstrittene Wahlen

Gegen den Protest der proeuropäischen Führung in Kiew öffneten in den selbst ernannten «Volksrepubliken» Donezk und Lugansk insgesamt rund 400 Wahllokale in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Die Polizei und bewaffnete prorussische Separatisten patrouillerten verstärkt, um die Stimmabgabe zu ermöglichen, wie Medien berichteten.

Die Separatisten wollen mit dem Urnengang ihre Unabhängigkeitsansprüche untermauern. Die ukrainische Führung in Kiew hat die Abstimmung als illegal kritisiert. Sie will eine endgültige Abspaltung der Gebiete verhindern. Auch die EU und die USA erkennen den Urnengang nicht an.

Russland hat gegen internationalen Protest angekündigt, die Ergebnisse anzuerkennen. Die Wahllokale sind bis 20.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) geöffnet. Die Zahl der Wahlberechtigten ist unklar, weil in den vergangenen Monaten Hunderttausende aus der Krisenregion geflüchtet sind. Grund ist ein blutiger Konflikt zwischen den Separatisten und dem Militär. Bei den Kämpfen kamen seit April Schätzungen rund 4000 Menschen ums Leben.